Ungewöhnlicher neuer Betreiber: Kein Discount, sondern gesund - Polizei-Sportverein Wittlich-Wengerohr übernimmt Fitnessstudio

Ungewöhnlicher neuer Betreiber : Kein Discount, sondern gesund - Polizei-Sportverein Wittlich-Wengerohr übernimmt Fitnessstudio

Der Polizei-Sportverein Wittlich-Wengerohr übernimmt ein kürzlich geschlossenes Fitnessstudio. Dabei möchte er nicht mit den großen Ketten konkurrieren – und zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Hat sich nicht jeder schon einmal vorgenommen, im neuen Jahr mehr Sport zu treiben? Wagt man einen Blick in die Fitnessstudios der Region, dann liegt diese Vermutung nahe. Umso schlechter ist es, wenn ein Studio gerade zu dieser Zeit schließt. So geschehen in Salmtal, wo Christina Rauen das Studio Pure Passion zum Jahreswechsel geschlossen hat. Als Nachfolge steht kein gewerblicher Betreiber bereit, sondern ein Verein – der Polizeisportverein (PSV) Wittlich-Wengerohr.

Ein Verein, der ein Fitnessstudio betreibt? Das klingt zunächst etwas skurril, ist jedoch die Lösung von gleich zwei Problemen, wie Claudia Pütz vom PSV erklärt. So sei der Verein bei seinen Kapazitäten an die Grenze gestoßen. „Wir brauchten neue Räumlichkeiten“, sagt Pütz. Dadurch wolle man sich als Verein weiterentwickeln. In Salmtal werden in Zukunft Kurse wie Tabata (Intervalltraining für den ganzen Körper), Zumba und Yoga angeboten. Unter fachlicher Anleitung kann dann trainiert werden. Doch die Weiterentwicklung des Vereinsangebotes ist nicht der einzige Beweggrund für die Übernahme. Vielmehr möchte man im Rahmen des Projektes „Sport vor Ort“ sicherstellen, dass ein Studio in Salmtal erhalten bleibt. Dieses hat einen festen  Kundenstamm, dem auch in Zukunft die Möglichkeit gegeben werden soll, sich zu bewegen.

Ein Sportverein, der Sport anbietet. So weit, so gut. Spannend wird es bei der Finanzierung. Denn der Betrieb eines komplett ausgestatteten Fitnessstudios bringt natürlich Kosten mit sich . Schließlich ist der PSV „nur“ Mieter der Immobilie. In dieser Miete sind die Geräte mitinbegriffen. „Die Geräte bleiben drin, es bleibt eigentlich alles so wie es ist.“ Doch können die laufenden Kosten von der Vereinskasse gestemmt werden? Nein. Aber das müssen sie auch nicht. Denn wie in anderen Studios wird auch in Salmtal ein monatlicher Mitgliedsbeitrag fällig. Dieser soll mit dem Mitgliedsbeitrag für den Verein kombiniert werden. Mit dem Nebeneffekt, dass nicht nur die Geräte in Salmtal, sondern auch die in Wittlich-Wengerohr genutzt werden können. So will der Betreiber-Verein ein möglichst ausgeglichenes Progamm schaffen. „Von Salmtal nach Wengerohr sind es zehn Minuten, da können die Mitglieder auch Kurse in beiden Studios wahrnehmen“, sagt Claudia Pütz. Also ist der Unterschied zu großen Fitnessketten nicht groß – oder?

Doch. Und das sogar bewusst, wie Claudia Pütz erklärt: „Wir wollen uns nicht mit den Discount-Studios vergleichen.“ Vielmehr liege der Fokus in Salmtal darauf, die Gesundheit der Menschen zu fördern. Viele Besucher seien im „Mittelalter“. Für diese sei es besonders wichtig, sich zu bewegen. Gleichzeitig sollen jedoch auch für junge Besucher Angebote geschaffen werden.

Der Vergleich zu den großen Fitnessketten hinkt auch deswegen, weil der Preis schlichtweg höher sein wird. Als Mitgliedsbeitrag wird ein Grundbetrag von 49 Euro fällig. Dazu kommt der Mitgliedsbeitrag, der von neun Euro für Erwachsene bis 6,50 Euro für Jugendliche reicht. Der Grundbeitrag beinhaltet die Teilnahme an den Sportangeboten laut des wöchentlichen Trainingsplans des PSV mit Sportarten wie Aerobic, Judo und  Ju-Jutsu. Das Studio in Salmtal öffnet seine Fitness-Pforten zum 1. Februar. Damit niemand ins kalte Wasser springen muss, bietet der Verein am Samstag, 12. Januar, von 11 bis 16 Uhr, einen Tag der offenen Tür an. Dort wird das Kursangebot vorgestellt. Gute Vorsätze gelten auch dann noch.

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