Kein Ende der Fahnenstange
Die ab 2007 geltenden höheren Wassergebühren in der Verbandsgemeinde (VG) Thalfang werden weiter steigen. Doch im Gegenzug ist eine größtmögliche Trinkwassersicherheit angestrebt.
Thalfang. Noch drückt er nicht, der ab diesem Jahr höhere Wasserpreis in der VG Thalfang (der TV berichtete). Die neuen Gebührensätze für Wasser und Abwasser machen sich erst mit der nächsten Abrechnung der Werke bemerkbar. Ein Vierpersonenhaushalt wird dann jährlich rund 40 Euro (siehe Kasten) mehr zahlen müssen. Betriebe werden entsprechend höher belastet. So etwa der Ferienpark Himmelberg mit 100 Ferienhäusern, Hotel, Restaurant, Tennishalle. Laut Roland Marx liegt der Jahresverbrauch bei gut 9500 Kubikmetern. Ähnlich hoch liegen Landwirte. "Die Tiere haben Durst, die brauchen Wasser", macht Rudolf Manz aus Talling das Problem deutlich. Bei um die 6000 Kubikmetern Jahresverbrauch wird das Wasser um mehr als 1000 Euro teurer. "Ich dachte, die Strompreiserhöhung wäre krass, aber das hier ist drastischer", ist sich Manz bewusst, "dass das Ende der Fahnenstange noch nicht abzusehen ist". Weniger hart trifft es die Thalfanger Gärtnerei. Mit 220 bis 250 Kubikmetern pro Jahr hat diese laut Stefan Hürtgen etwa den Bedarf eines größeren Privathaushalts. Landwirt Manz denkt über eine Selbstversorgung nach. Aber das sei auch keine Lösung: "Die VG ist ja auf die angewiesen, die viel Wasser verbrauchen."Kommune investiert in Trinkwassersicherung
Gestiegen sind die Gebühren vor allem, weil ein Großverbraucher, das Fleischwerk, fehlt. Die zu 80 Prozent verbrauchsunabhängigen Kosten müssen nun alle anderen tragen. Und es wird weitere Erhöhungen geben. Das Paket für eine langfristige "Trinkwasser-Sicherstellung" birgt einen um brutto 1,07 Euro höheren wiederkehrenden Beitrag sowie etwa drei Cent mehr pro Kubikmeter. Bislang ist es laut Werkleiter Edwin Maßmann zwar noch zu keinem Engpass gekommen. Doch die Trinkwasserversorgung über Quellen, wie in der VG fast ausnahmslos der Fall, hat Grenzen. Bleiben über Monate Niederschläge aus, wird es eng. In den 60er- und 80er-Jahren neu erschlossene Quellen haben das bisher verhindert. Doch 2003 gab es einen extremen Rückgang der "Quellschüttungen". Denn der Nachteil des Quellwassers ist, dass es nicht gespeichert werden kann. Um für die Zukunft gewappnet zu sein, ist daher eine überörtliche Verbindung benachbarter Netze geplant. Davon sollen vorrangig die 850 Malborner profitieren. Deren Hochbehälter fasst nämlich nur 200 Kubikmeter, während Thalfang im Zentralhochbehälter 2000 in der Hinterhand hat. Zunächst wird daher der Thiergartener 400-Kubik-Behälter mit Malborn verbunden. Durch die Nähe zum Industriegebiet Grafenwald der VG Hermeskeil biete sich zudem ein "überörtlicher Verbund" an. Der "Lückenschluss" zum Trinkwassernetz der Nachbarn sei daher eingeplant. Dank der Höhenlage könne das Trinkwasser bis zum Hochbehälter Thalfang fließen, wofür es lediglich im Röderbachtal ein Pumpwerk brauche, das Wasser in beide Richtungen pumpen kann. So ist es möglich, auch das bisher ungenutzt abfließende Wasser der Quellen "Dhronecken" und "Rübenborn alt" in den Hochbehälter zu pumpen. Gebühren Ab 2007 werden 95 Cent (bisher 75) pro Kubikmeter Wasser berechnet und pro Kubikmeter Abwasser 1,85 Euro (bisher 1,80). Unabhängig von den verbrauchsbezogenen Gebühren fällt für Leitungserneuerungen ein "Wiederkehrender Beitrag Wasser" oder entsprechend für Niederschlagswasser an. Die Wassergebühr erhöht sich für den Verbraucher um sieben Prozent Mehrwertsteuer. Ein Vierpersonenhaushalt mit 140 Kubikmeter Jahresverbrauch wird künftig rund 550 Euro zahlen (vergleichbar der Gebühr der Nachbarkommunen). Von den enthaltenen 41 Euro Mehrkosten sind sieben fürs Abwasser, 34 fürs Wasser.