Infrastruktur: Kein Platz für ein Neubaugebiet

Infrastruktur : Kein Platz für ein Neubaugebiet

KESTEN (ca) „Junge Leute dazu motivieren, nach Kesten zu kommen.“ Das ist der große Wunsch von Ortsbürgermeister Michael Beer aus Kesten. Er erinnert sich  noch gut an Zeiten, als das Moseldorf 550 Einwohner hatte.

Das war vor 40 Jahren. Heute zählt seine Gemeinde 350 Bürger.  Einige Leute fanden im auf der Höhe gelegenen Nachbarort Monzel eine neue Heimat und gründeten „Neu-Kesten“. Dazu beigetragen habe die Gefahr durch Hochwasser. Seit 2010 gebe es zwar den neuen Damm, aber viele hätten trotzdem Angst, dass der einmal überlaufen könne.

Überalterung, kein Bauland und die Hochwassergefahr seien die größten Probleme der Gemeinde. Außerdem wünscht sich der Winzer, dass sich Gewerbe in seiner Gemeinde ansiedeln würde. Das sei jedoch schwierig. Es gebe noch 20 hauptgewerbliche Weinbaubetriebe. „Aber das werden in den nächsten Jahren auch weniger,“ prognostiziert der 60-Jährige.

Seine Gemeinde ist von Weinbau und Tourismus geprägt. Bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt hatte Kesten 2016/2017: Aus Mangel an Bewerberinnen für das Amt der Weinkönigin regierte damals Sven Finke die Moselgemeinde  als Bacchus. Man habe mit einer solchen Resonanz auf den damals 24-jährigen Jurastudenten nicht gerechnet. „Wir wurden überrollt,“ sagt Beer. Auch nach seiner Amtszeit engagiert sich der frühere Weingott  für sein Dorf: Er hat zum Beispiel dafür gesorgt, dass Kesten einen Hotspot bekommt.

Zum touristischen Angebot der Gemeinde gehört der Wohnmobilstellplatz, der für 50 Fahrzeuge ausgerichtet ist und seit 2018 von der Gemeinde betrieben wird. Drei Angestellte kümmern sich um das Gelände, auf dem beim Weinfest auch schon mal bis zu 100 Wohnmobile Platz finden.

Der Wunsch, junge Leute in seinen Ort zu bekommen, ist wohl nur schwer zu erfüllen: Die Gemeinde verfügt nicht über Bauland. Lediglich die Kirche besitze noch einige wenige Plätze, die in Erbpacht zu haben seien.

Michael Beer wird im Mai bei der Kommunalwahl noch einmal antreten. Er will Ortsbürgermeister von Kesten bleiben.

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