Kein Strom in "halb Wittlich"

WITTLICH. (sos) Stromausfall rechts der Lieser und in Straßenzügen auf der anderen Flussseite: Vergeblich blickten gestern gegen 8.15 Uhr viele Wittlicher in ihren Sicherungskasten, als das Licht ausging oder elektrische Geräte plötzlich ihren Geist aufgaben. Doch Grund der Störung war ein allgemeiner Stromausfall, weil ein 20 000-Voltkabel, eine Art übergeordnete Leitung, ausgefallen war.

Die elektronische Uhr gibt keine Zeitzeichen mehr. Die Waschmaschine reagiert nicht, die Ladenbeleuchtung macht "Batsch" und es ist dunkel: "Man merkt ja erst, wie wichtig der Strom ist, wenn er ausfällt", meint der Mann von der Störungsstelle der RWE. Er sitzt weit weg von Wittlich in Düren am Telefon und kümmert sich um Kundenfragen, wenn kein Strom mehr fließt. Seine Erfahrung: "In der Regel sind die Anrufer ganz verständig, es gibt auch welche, die man beruhigen muss, etwa Geschäftleute, deren Kassen nicht mehr funktionieren." Die spezielle Ursache für die Störung, die komplett die Hälfte Wittlichs rechts der Lieser "lahm legte" und auch im Pleiner und Hasenmühlen Weg, zum Bürger- und Felsenwehr, der Himmeroder-, Feld und zum Teil der Neustraße kennt die Störungsstelle nicht. Auch der RWE-Pressesprecher Rolf Lorig sagt: "Ein Fehler in einem 20 000-Voltkabel war die Ursache für die kurzzeitige Unterbrechung der Stromversorgung am Donnerstagmorgen. Um 08.13 Uhr trat der Fehler rechts der Lieser auf. Bereits eine Viertelstunde später hatten die meisten der betroffenen Haushalte wieder Strom, und um 8.46 Uhr war die Vollversorgung wieder hergestellt." Nach der genauen Ursache, warum das zentrale 20 000-Voltkabel ausgefallen ist, werde gesucht.Genaue Ursache unklar

Und wie war es für die Betroffenen? Zahnärztin Dr. Kornelia Jung meint: "Das ist schlecht für die Patienten und uns, aber auch alles erträglich und nicht besonders tragisch." In den 18 Jahren, seit die Praxis am Platz an der Lieser besteht, sei so etwas nur zwei Mal vorgekommen. Beate Zeimetz vom Empfang erklärt: "Zum Glück war es heute direkt am Anfang. Dann steht hier alles still und wir können die Patienten nur noch heimschicken. Für den, der sich extra frei genommen hat, ist das ärgerlich." Ein Vermieter atmet gegen halb neun Uhr auf, sein Eigentum steht wieder "unter Strom". Er kann nun nach Hause fahren und sagt: "Die Ursache wissen wir nicht. Aber jetzt ist der Strom ja wieder da, auch der Aufzug funktioniert." Und ganz gelassen konnte die Justizvollzugsanstalt die Behebung des Defektes abwarten. JVA-Leiter Franz Kohlhaas sagt: "Das macht uns nichts. Wir haben ein Notstromaggregat." Bei der Stadtverwaltung haben sich keine Bürger gemeldet. Pressesprecher Ulrich Jacoby sagt: "Dafür sind wir ja auch nicht zuständig. Das wissen die Bürger, die melden sich bei der Störungsstelle der RWE." Störungsstelle Strom der RWE, Telefon 0180/2112244.