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Kein Stubbi ohne Technik von der Mosel: Unternehmen Gebokit investiert eine Million in Wittlicher Standort

Kein Stubbi ohne Technik von der Mosel: Unternehmen Gebokit investiert eine Million in Wittlicher Standort

Das Bernkastel-Kueser Unternehmen Gebokit erweitert seine Produktion in Wittlich-Wengerohr. Die Firma stellt Aufbau-Bausätze für Getränkelastwagen her. Zu den Kunden zählt unter anderem die Bitburger Brauerei. Jetzt investiert das Unternehmen eine Million Euro in eine neue Produktionshalle. Auch neue Arbeitsplätze sollen geschaffen werden.

Der Spezialteilhersteller Gebokit erweitert seine Produktion am Standort in Wittlich-Wengerohr. Dort baut das Unternehmen für mehr als eine Million Euro eine neue Produktionshalle, mit einer Größe von rund 1200 Quadratmetern, was einer Fläche von rund zweieinhalb Fußballfeldern entspricht. Mit der neuen Halle sollen die Arbeitsabläufe wie der Versand von Waren oder die Bereitstellung von Materialien verbessert werden. Die Produktionshalle soll im Mai 2017 fertiggestellt werden. Der Spatenstich war Anfang November. "Die Nachfrage nach unseren Produkten steigt und wir wachsen", sagt der Geschäftsführer von Gebokit, Robert Orten.

Gebokit steht für German Body Kit. Die Firma gehört zu der Orten-Gruppe, einem mittelständischen Familienunternehmen aus Bernkastel-Kues. Laut dem Betriebsleiter von Gebokit, Udo Gußmann, wurde bereits 2011 eine Halle an dem Standort in Wittlich gekauft und zur Produktionsstätte umgebaut.

Seither fertige das Unternehmen dort Aufbau-Bausätze für Lastwagen der Getränkeindustrie an. Ein Kunde ist die Bitburger Braugruppe. Die Bausätze würden, sobald sie fertig sind, in die Werke der Orten-Gruppe nach Demitz-Thumitz (Sachsen) oder Bernkastel-Kues gebracht, um sie dort auf den Lastwagen der Kunden zu montieren. Das soll in Zukunft unter anderem mit der Investition in den Standort Wittlich-Wengerohr geändert werden: "Wir wollen hier die Montage erledigen. Damit sparen wir uns zeitaufwendige Transportwege", sagt Gußmann.

Dass diese Wege nicht noch länger und zeitintensiver seien, das liege vor allem an der guten Anbindung des Standorts: "Wir haben die Autobahn vor der Tür, und wenn die Hochmoselbrücke fertig ist, sind wir auch schnell über den Hunsrück weg."

Mit der neuen Halle in Wittlich-Wengerohr sollen zudem acht neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Der Fachkräftemangel mache aber auch vor den Türen des Industriebetriebs in Wittlich nicht halt, sagt Betriebsleiter Udo Gußmann: "Wir suchen extrem nach Facharbeitern. Es fehlt an Schlossern und Schweißern." Der Facharbeitermarkt in Rheinland-Pfalz sei abgegrast. "Die Leute haben alle Arbeit, aber das ist ja auch gut so."
EXTRA Das Unternehmen

1925 lässt Robert Orten aus dem heutigen Bernkastel-Kueser Stadtteil Wehlen, Großvater des aktuellen Geschäftsführers Robert Erich Orten, sich als Schmied in die Handwerksrolle eintragen. Der Sohn des Firmengründers, Robert Jakob Orten, beginnt Ackerwagen für die Winzer an der Mosel zu bauen. Zu Beginn der 1960er Jahre werden erste Speditionsfahrzeuge gefertigt. Zunächst für den Weintransport, bald kommen aber auch andere Kunden aus der Getränkeindustrie dazu. 1978 tritt Robert Erich Orten als Geschäftsführer in den Betrieb ein. Elf Jahre später wird für den Handel mit neuen und gebrauchten Nutzfahrzeugen die erste Tochterfirma Christophorus gegründet. 1997 folgt Orten fresh. Im sächsischen Rothnaußlitz werden Eventfahrzeuge hergestellt. 2008 entsteht für die Vermietung von Nutzfahrzeugen rent2trans. Die Orten-Gruppe beschäftigt derzeit etwa 100 Mitarbeiter. grau