Kein Tag der Soldatenherrlichkeit

MORBACH. (gkl) "Der Volkstrauertag ist kein Tag alter oder neuer Soldatenherrlichkeit, kein Tag der Kriegsverherrlichung. Vielmehr ist er ein Tag des Innehaltens und des Nachdenkens." Diese deutlichen Worte sprach Karl Mutsch, Major der Reserve, bei der Gedenkveranstaltung der Gemeinde Morbach zum Volkstrauertag.

Mutsch nannte den Gedenktag einen Friedensmahntag, der die Schmerzen und die Trauer der Hinterbliebenen nicht in die Vergessenheit entlässt. Wenn auch in der Bundesrepublik die Opfer der beiden Weltkriege im Vordergrund stehen, so bezog Mutsch die Toten der aktuellen militärischen Auseinandersetzungen und die Opfer von Terrorismus und politischer Verfolgung ausdrücklich in das Gedenken mit ein. "Der Volkstrauertag", so Mutsch, "macht nur dann einen Sinn, wenn aus der Erinnerung der gewaltige Auftrag an uns alle erwächst, uns für den Frieden und die Freiheit in der Welt einzusetzen. Ein Auftrag, der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verbindet." Zum Auftakt hatte sich vor der Pfarrkirche ein Ehrenzug aus dem Morbacher Musikverein, der Freiwilligen Feuerwehr, Abordnungen der Morbacher Vereine, Reservisten der Bundeswehr und Gemeindevertreter formiert. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung vom Morbacher Musikverein und dem Kirchenchor der katholischen Pfarrgemeinde. Der Volkstrauertag ist nicht nur ein Tag für die Teile der Bevölkerung, die den letzten Weltkrieg noch miterlebt haben. Er geht auch die Jugend von heute etwas an. Dass man in Morbach dieser Meinung ist, wurde durch Johanna Kranz und Julia Schenk, zwei Schülerinnen der Morbacher Realschule deutlich gemacht, die sich durch eine kurze Ansprache beteiligten. Sie endeten mit einem Zitat des amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy: "Die Menschheit muss den Krieg beenden, sonst beendet der Krieg die Menschheit."

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