Keine Alternative

BERNKASTEL-KUES. Seit Montag hat die Sparkasse, wie angekündigt, einige Geldautomaten und SB-Stellen stillgelegt. Die Initiative zur Rettung des Geldautomaten auf dem Plateau sind gescheitert.

"Unserer Kurgäste sind stinksauer", sagte Hermann Lewen, Geschäftsführer der Kultur&Kur GmbH, nachdem am 1. September der Geldautomat im Kurgastzentrum stillgelegt wurde. Die Sparkasse Mittelmosel Eifel- Mosel-Hunsrück hatte Montag und Dienstag, wie angekündigt, SB-Stellen und Geldautomaten auf dem Kueser Plateau, in Wehlen, Ürzig, Maring-Noviand, Heidenburg und Horath stillgelegt und die Kleinstgeschäftsstellen in Malborn und Laufeld geschlossen (der TV berichtete). Die Patienten der Reha-Kliniken können die Entscheidung der Sparkasse nicht verstehen. "Einige wollen sich an ihre örtlichen Sparkassen wenden. Für sie ist es unerklärlich, dass 1000 Patienten in einer Dienstleistungsgesellschaft kein Service einer öffentlich-rechtlichen Bank geboten wird", so Lewen weiter. Er erinnerte nochmals an den Konkurrenzkampf mit anderen Kur-Orten. Ein Patient hat ein Gesamtbild eines Kur- oder Reha-Standortes. Wenn eine elementare Einrichtung wie ein Geldautomat abgebaut werde, dann schade das dem Image des ganzen Zentrums. Lewen habe Verständnis für eine mehrheitliche Entscheidung der Kreissparkasse. "Aber hier geht es nicht um einen Präzedenzfall, sondern um die Sicherung des Reha-Standortes in seiner Gesamtqualität." Immobile Patienten seien darauf angewiesen, ohne lange Wege an Bargeld zu kommen. Hinzu komme die schlechte Busanbindung an die Stadt."Man darf nicht nur auf die Zahlen schauen"

Das Kurgastzentrum kümmere sich schon darum, den Patienten den Weg zur Post abzunehmen, "aber wir können keine Bank eröffnen". Es sei kein Präzedenzfall, wenn der Automat wieder in Betrieb genommen werde. Sehr ungehalten ist auch Verbandsgemeinde-Bürgermeister Ulf Hangert über den Abbau der Infrastruktur. "Man darf nicht nur auf die Zahlen schauen, diese Automaten haben eine wichtige Funktion." Trotz Gesprächen mit dem Vorstand der Kreissparkasse sei eine Korrektur der Entscheidung nicht gelungen, bedauerte Hangert. Auch Karl Otto Büllesbach, Verwaltungsdirektor der Reha-Kliniken auf dem Plateau, hatte bis zuletzt noch eine andere Lösung erwartet. "Aber all unsere Initiativen haben zu nichts geführt." Büllesbach weiß nicht, welche Alternative es geben kann. Es sind vor allem die immobilen Patienten betroffen. Die müssten dann mit ausreichend Bargeld anreisen. "Wenn der Automat nicht ausreichend genutzt wurde, dann war der Bedarf vielleicht auch nicht so groß", gibt Büllesbach zu bedenken. Dennoch hätte er sich eine andere Lösung gewünscht.