| 20:43 Uhr

Keine Angst vorm Schreckgespenst!

FOTO: (m_kreis )
Bei meinen vielen Besuchen und Gesprächen mit Menschen in den Gemeinden erfahre ich es immer wieder: In unseren katholischen Kirchengemeinden geht zurzeit ein Schreckgespenst um! Das Schreckgespenst heißt "Synode" - oder besser: Die Umsetzung der Synode. Viele unserer Kirche Nahestehenden fürchten sich - so die häufigen Äußerungen - vor gravierender Veränderung, vor dem Abschiednehmen müssen von Vertrautem und Liebgewonnenem, vor dem Neuen, das da kommen wird.

Wenn die Zahl der Pfarreien so klein und "meine" Pfarrei so groß werden wird - wo ist dann "unser Pastor", wie weit muss ich zum Gottesdienst fahren; was gibt es dann "von meiner Kirche" noch bei uns auf dem Dorf? Alles zieht sich zurück - das Lebensmittelgeschäft, das Geldinstitut, der Arzt - und jetzt auch noch die Kirche...
Für viele hat so nun schon das Totenglöcklein für die Katholische Kirche geläutet... Nein, so ist es nicht! Wo Menschen sich für Kirche, für gelebten Glauben, für die Gemeinschaft aller und die lebensbejahende Frohe Botschaft interessieren, bieten sich nun neue Möglichkeiten, Kirche vor Ort aktiv mitzuprägen!
Sie haben nun die Chance, ihre Fähigkeiten, ihre Talente, das was sie gut können und gerne tun, mit und für Andere in ihrer Gemeinde einzubringen, mit Anderen zu teilen. Sie können nicht nur das Gesicht der Kirche mitgestalten - sie sind das Gesicht der Kirche!
Gemeinsam mit hauptamtlich Mitarbeitenden von Kirche und Caritas können sie sehen, wahrnehmen und entdecken, was es in der Gemeinde gibt oder wo ein Bedarf entsteht, können neue Ideen mitentwickelt werden, wie Kirche und Caritas im Alltag der Menschen erlebbar werden kann. So kann Kirche und gelebter Glaube an - ganz unerwarteten - Orten wahrgenommen werden, Kirche unter den Menschen sein.
Dazu braucht es aber - Sie! Wenn Ihnen Kirche und unser Glaube wichtig sind - jetzt ist die Zeit, um vor Ort Neues zu wagen und unser Christsein in die Zukunft zu tragen, auch wenn Traditionelles aufgegeben werden muss. Viele Gemeinschaftsinitiativen von Kirchen- und Zivilgemeinden und Caritas in zahlreichen Gemeinden haben in den letzten Jahren gezeigt, wie dies gelingen kann.
Rainer Martini, Caritasverband Eifel-Mosel-Hunsrück