Keine Mehrheit für Verpachtung

Die SPD-Fraktion im Verbandsgemeinderat drängt auf eine Verpachtung des Kinos in Bernkastel-Kues. Der Rest des Gremiums plädiert dafür, dass die Kommune die Fäden des Handels in den Händen hält.

Zeltingen-Rachtig. (cb) Das Moselkino in Bernkastel-Kues wird auch weiterhin von der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues betrieben. Die große Mehrheit des Verbandsgemeinderates hat am Dienstag im Kelterhaus Schorlemer in Zeltingen-Rachtig einen Antrag der SPD auf Verpachtung des Lichtspielhauses abgelehnt.

"Es gibt keinen Grund, das Kino in kommunaler Trägerschaft zu belassen", begründete Maria Bölinger den Antrag der SPD. Er zielt darauf ab, finanzielle Mittel für Betrieb und Unterhalt einzusparen. Besondere Aktionen (Ladies Movie Night, Kirche im Kino, Schule im Kino etc.) könnten auch unter einem Pächter laufen, sagte Bölinger. Argumente, dass sich das Kino für einen privaten Betreiber nicht trage, seien "pure Panikmache".

Gerade diese Sonderaktionen rechtfertigten die Beibehaltung des Ist-Zustands, erwiderte Eduard Arens (CDU). Es werde kein Alkohol an Jugendliche verkauft, und Gewalt verherrlichende Filme blieben außen vor. Auch das Jugendparlament begrüße die Trägerschaft durch die VG. Bemühungen um Einsparungen hätten gefruchtet. So seien die Personalkosten um circa 14 000 Euro pro Jahr gesenkt worden.

Es sei viel in das Gebäude investiert worden, sagte Alfred Port (FDP). Deshalb solle der Betrieb zwei Jahre so weiter laufen. "Dann können wir den Antrag noch einmal prüfen." "Wir sind mit dem Kino auf einem guten Weg", sagte Heide Weidemann (VBB). "Ein kommunales Kino ist eine sehr gute Sache", argumentierte Britta Steck (Bündnis 90/Die Grünen). Wie mehrfach berichtet, ist das Kino in den vergangenen Jahren großflächig saniert worden. Für Zins und Tilgung der Kredite muss die VG, so Kämmerer Günter Wagner, derzeit pro Jahr 45 867 Euro aufwenden.