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Keine Mietgebühr mehr für Salmtals Vereine

Keine Mietgebühr mehr für Salmtals Vereine

1000 Euro für die beiden Musikvereine, 300 Euro für die Jugendgruppen, 200 Euro für den Kirchenchor. Das war einmal. Der Gemeinderat Salmtal hat entschieden, die Vereinsförderung auf neue Füße zu stellen. Die jährlichen Pauschalbeträge entfallen, dafür aber können die Vereine die gemeindeeigenen Räume mietfrei nutzen. Ein bislang im Wittlicher Umland einzigartiges Modell.

Salmtal. "Nur noch Stehplätze!" hieß es am Samstag an der Abendkasse zur ersten Kappensitzung des Musikvereins (MV) Salmrohr in der restlos ausverkauften Bürgerhalle. Die 280 Sitzplatzkarten waren bereits im Vorverkauf vergriffen. Sehr zur Freude des MV, denn der Erlös aus den Eintrittspreisen wie auch der Bewirtung fließt komplett in seine Kasse. Miete zahlen für die gemeindeeigene Bürgerhalle muss der Verein nicht. Er ist damit der erste, der von der Neuregelung der Vereinsförderung profitiert, die der Gemeinderat Salmtal in der vergangenen Woche beschlossen hat: Bislang gewährte die Gemeinde den Vereinen jährliche Pauschalzuschüsse in unterschiedlicher Höhe: So erhielten die beiden Musikvereine je 1000 Euro, die Gesangsvereine 400 Euro, die Jugendgruppen je 300 Euro, der Kirchenchor 200 Euro und der Karnevalsverein Fix und Feerdisch 200 Euro. Zudem durften sie die gemeindeeigenen Einrichtungen - die Bürgerhalle in Salmrohr, die Alte Schule in Dörbach und die Halle an da Gaas - für ihre nichtkommerziellen Aktivitäten kostenfrei nutzen. Miete mussten sie grundsätzlich immer dann zahlen, wenn Eintritt erhoben wurde oder sie durch die Bewirtung Geld verdienten. Ein nicht wirklich schlüssiges Modell, sagt Ortsbürgermeister Anton Duckart: "Wir haben den Vereinen auf der einen Seite Zuschüsse gezahlt, auf der anderen Seite haben wir ihnen das Geld durch die Hallengebühren wieder weggenommen." Zudem habe es in der Vergangenheit immer wieder Ausnahmeregelungen bei den Hallenmieten gegeben. Gemeinde verzichtet auf Geld

Damit aber soll nun Schluss sein: Die Gemeinde verzichtet ab sofort auf jegliche Hallenmiete von den Vereinen und kirchlichen Gruppierungen im Ort. Nur die Kosten für die Reinigung werden in Rechnung gestellt. Dafür aber entfällt die bisherige jährliche Förderung. Ausnahmen gibt es zum einem für die Vereine aus dem Ortsteil Dörbach, die mangels einer größeren gemeindeeigenen Halle in Dörbach den privaten Saal Ludwig anmieten müssen und dafür auch künftig einen Zuschuss bekommen sollen. Zum anderen für die drei Salmtaler Sportvereine, die aufgrund des Sportförderungsgesetzes eine Sonderstellung einnehmen (siehe Extra). Die Salmtaler gehen damit einen zumindest im Wittlicher Umland einzigartigen Weg: Weder in der Stadt Wittlich noch in der Verbandsgemeinde Wittlich-Land gibt es bisher ein solches Modell bei der Vereinsförderung. Vielleicht auch deswegen, weil sich die Gemeinde Salmtal mit dieser Neuregelung durchaus schlechter stellt: Die jährlichen Pauschalbeträge an die Vereine beliefen sich (ohne die Sportclubs) bisher auf insgesamt 4100 Euro, gleichzeitig nahm man aber von den Vereinen über die Mietgebühren mehr als 5000 Euro ein. Eine Summe, die in den kommenden Jahren auch noch höher ausgefallen wäre, da die Gemeinde jüngst ihre Hallennutzungsgebühren erhöht hat (weiterer Bericht dazu folgt). Und dennoch, so betont Ortschef Duckart, verzichte man gerne auf die zusätzlichen Einnahmen. "Wir haben in Salmtal ein sehr reges Vereinsleben, und dort wird gerade in der Jugendarbeit ehrenamtlich Hervorragendes geleistet", betont er, "das ist es uns wert, dass wir diese Aktivitäten fördern."Eine Botschaft, die gut ankommt: Als eine "tolle Sache" bezeichnet Peter Broy, Vorsitzender des MV Salmrohr, den Ratsbeschluss. Immerhin hat der Verein bei seiner ersten Kappensitzung allein an Eintritt mehr als 2500 Euro eingenommen. Geld, das der MV für Instrumente und Noten gut gebrauchen kann.Meinung

Eine gute Sache!Eines ist klar: Ohne das Engagement vieler Vereine sähe das Leben in den Gemeinden trist aus. Es gäbe keine Kappensitzungen, keine Konzerte, keine Theatervorführungen. Und deutlich weniger Jugendarbeit. Insofern tun die Kommunen gut daran, die Arbeit der ortsansässigen Vereine finanziell oder auf sonstige Weise zu unterstützen. Den Weg, den die Gemeinde Salmtal nun einschlägt, hat dabei durchaus seinen Reiz: Denn es profitieren vor allem die Vereine, die besonders aktiv sind und mehrere Veranstaltungen organisieren, mithin in noch höherem Maße das Dorfleben mitgestalten. Und vielleicht kommt die neue Regelung ja auch den Besuchern zugute: Denn wo Vereine keine Hallengebühren zahlen müssen, senken sie womöglich auch den Eintrittspreis. n.ebner@volksfreund.deExtra

Nach dem Sportförderungsgesetz müssen öffentliche Sportanlagen den Sportvereinen kostenfrei zur Verfügung stehen. Dazu zählen auch die Energiekosten für die Nutzung der Umkleideräume und Duschen. In Salmtal erhielten die beiden Fußballvereine, der FSV Salmrohr sowie Eintracht Dörbach, bislang einen Energiekostenzuschuss von 2500 Euro, dabei beliefen sich die tatsächlichen Kosten zuletzt auf 11 000 Euro. Daher hatten die beiden Clubs 2014 eine Erhöhung des Zuschusses gefordert (der TV berichtete). Der Rat hat nun beschlossen, die Förderung für die zwei Fußballclubs auf 4000 Euro anzuheben. Mit dem Tennisclub soll noch gesprochen werden. Er erhielt bislang nur eine Pauschale von 300 Euro, hatte aber auch keinen Energiekostenzuschuss beantragt. Zudem gewährt die Gemeinde Eintracht Dörbach einen einmaligen Zuschuss von 8000 Euro für die Erneuerung der defekten Heizungsanlage, die insgesamt voraussichtlich mehr als 10 000 Euro kosten wird. neb