Keine roten Zahlen mehr: Im Kloster Himmerod läuft es rund

Keine roten Zahlen mehr: Im Kloster Himmerod läuft es rund

Die Wirtschaftsbetriebe schreiben keine roten Zahlen mehr, im September vergrößert sich die Zahl der Brüder, und am kommenden Wochenende wird das Bernhardsfest gefeiert. Derzeit blicken Freunde, Förderer und Verwalter positiv in die Zukunft der Zisterzienserabtei Himmerod.

Die dunklen Wolken über der Zisterzienserabtei Himmerod scheinen sich gelichtet zu haben. Dabei hatte es im Herbst vergangenen Jahres um den Fortbestand eher düster ausgesehen: die Wirtschaftsbetriebe der Eifeler Abtei machten Verluste, die Zahl der Mönche ging immer weiter zurück und folgerichtig drohte die Schließung.Eine Versammlung der Mehrerauer Kongregation, zu der neben Himmerod mehrere andere Klöster auf der ganzen Welt gehören, hatte im vergangenen Herbst den Eifelern eine Gnadenfrist gegeben. Innerhalb eines Jahres sollte Himmerod die wirtschaftlichen und personellen Voraussetzungen für einen Fortbestand schaffen. Bisher ist noch nicht entschieden, ob Himmerod die Erwartungen erfüllt. Abt Thomas Denter, der vor wenigen Monaten als Administrator in die Eifel gekommen war, ist zuversichtlich. "Wir sind auf einem guten Weg", sagt er. Die Wirtschaftsbetriebe schrieben wieder (kleine)schwarze Zahlen, viele Ehrenamtliche engagierten sich, und die Zahl der Mönche steigt. Anfang September soll sich die Zahl mit Pater Cyrill Greiter auf 14 erhöhen. Der 41-Jährige ist derzeit Seelsorger in Südtirol.Im Herbst endet eigentlich die Mission Denters in der Eifel. Doch der Alt-Abt der Abtei Marienstatt im Westerwald möchte noch ein halbes Jahr weiter an der Weiterentwicklung Himmerods mitarbeiten.
Diese Fortsetzung des Engagements begrüßt auch Thomas Simon. Er ist Vorsitzender des Fördervereins Abtei Himmerod und hat es sich gemeinsam mit bis zu 100 weiteren ehrenamtlichen Helfern zur Aufgabe gemacht, das Kloster im Tal der Salm für die Zukunft fit zu machen. Auch Simon berichtet davon, dass die Wirtschaftsbetriebe des Klosters, die früher ein Minus von bis zu 250 000 Euro jährlich produzierten, inzwischen "leicht schwarze Zahlen" schreiben.
18 Mitarbeiter in Voll- oder Teilzeit sind wieder tätig. Die Abtei betreibt in der alten Mühle ein Museum mit wechselnden Kunstausstellungen, eine Buch- und Kunsthandlung, eine Gaststätte sowie ein Gäste- und Exerzitienhaus. Das DRK-Sozialwerk ist zudem in Himmerod seit Anfang Mai für die Klosterfischerei verantwortlich. Die Weichen für einen Fortbestand scheinen also gestellt zu sein. Doch wie sieht es um die Aufarbeitung der Vergangenheit aus? Schließlich läuft noch ein Insolvenzverfahren für die Betriebsgesellschaft des Klosters. Insolvenzverwalter ist der Trierer Rechtsanwalt Jörg Wunderlich.
Er sagt: "Es wird noch einige Zeit dauern, bis das Verfahren abgeschlossen wird." Sein Ziel sei, dass es in Himmerod weitergehe. Im Hintergrund seien deshalb bereits viele Gespräche geführt und sei auch vieles geregelt worden.Extra

Samstag, 18. August: Nach der Eröffnung des Himmeroder Markts durch Pater Stephan und Thomas Simon um 10 Uhr gibt es Einblicke in die Betriebe und die Möglichkeit, an den Gebeten der Mönche teilzunehmen. Zudem sind Klosterführungen sowie der Markt mit Handwerk, Trödel und Bioprodukten geplant. Ab 19 Uhr beginnt die Zisterziensernacht mit den Löhner Chören (19.30 bis 21.30 Uhr). Geistige und geistliche Geigenmusik mit Geiger Farfarello steht von 22 bis 23.30 Uhr auf dem Programm. Das Pontifikalamt am Sonntag um 10 Uhr wird vom Kirchenchor Cäcilia Spangdahlem gestaltet. Anschließend ist eine Matinee mit Chor und Farfarello vor der Abteikirche. Es gibt Führungen durchs Kloster, den Markt sowie ein Orgelkonzert um 15 Uhr mit dem Titel "Die heitere Königin". Bereits am 15. August gibt Wolfgang Valerius um 15 Uhr eine Orgelvorstellung für Jung und Alt unter dem Titel "Vom Wesen einer Königin". Der Erlös kommt dem Konvent zugute. har

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