Keine Sorgen um den Nachwuchs

NIEDERÖFFLINGEN. Aus der 75-jährigen Tradition heraus ist der Musikverein der große Aktivposten im kulturellen Dorfleben der Eifelgemeinde. Der Verein kennt zur Zeit keine Nachwuchssorgen. Er feiert mit einem dreitägigen Musikfest vom 9. bis 11. Mai sein Jubiläum.

"Wirfühlen uns hier wohl." Das Urteil von Susanne, Simone, Nina undJanine über ihr "Vereinsleben" fällt einstimmig aus. Die vierjungen Musikerinnen, zwischen elf und 15 Jahren alt, gehören zurgroßen Nachwuchsgruppe im aktuellen Klangkörper des Vereins. Mitsieben schon hat Susanne zum Flügelhorn gegriffen ("weil MamaHeike es auch gespielt hat"). Nach einer dreijährigenEinzelausbildung bei der Kreismusikschule wurde sie in dieJugendgruppe des Vereins aufgenommen. Melanie, die Tochter desDirigenten, hat Simone die ersten Töne auf der Querflötebeigebracht. Nina hat mit der Klarinette angefangen und wechseltedann nach dreijähriger Ausbildung zum Saxofon. Janine ist bei derKlarinette geblieben. Nach einer theoretischen Prüfung wird derNachwuchs in den Verein aufgenommen. Das traditionelleFrühlingskonzert des Vereins ist dann meist der erste großeAuftritt. Bei Probewochenenden mit der Kreismusikjugend und denD1- und D2-Prüfungen des Kreismusikverbandes verfeinern diejungen Musiker ihre Spieltechnik. "Die gute Mischung macht's",bestätigt Jugendwart Edgar Schiffels das intakte Vereinsleben.Mit Jugendstammtisch, Kummerkasten und verschiedenenFreizeitmaßnahmen macht der Verein ganz gezielte Angebote fürseine Jugend. Von den 49 aktiven Mitgliedern sind 19 noch keine18 Jahre alt. 30 sind jünger als 27. Das Durchschnittsalter von26 Jahren belegt eindrucksvoll die Jugendarbeit des Musikvereinsvor allem im letzten Jahrzehnt. Seit Jahren sind auch Aktive ausden Nachbardörfern Oberöfflingen, Gipperath und Greimerath mitdabei. Die Akzeptanz in der Bevölkerung wird bei 160 Vereinsmitgliedern einschließlich der inaktiven und fördernden Freunde der Musik überaus deutlich. "Wir sind eine Großfamilie", so der Vorsitzende Hans-Georg Weber. Traditionelle Höhepunkte wie die Frühlingskonzerte, die schon seit über 20 Jahren regelmäßig veranstaltet werden und ein Rahmenprogramm über die musikalische Betätigung hinaus fördern das Vereinsleben und beziehen Familienmitglieder und Freundeskreis mit ein. Der Vorsitzende nennt den jährlichen Wandertag, das Zeltwochenende und Ausflüge in Verbindung mit musikalischen Auftritten. "Schöne Erinnerungen bleiben an die Erntedankfeste in Düsseldorf, die Schützenfeste im Raum Leverkusen und die Oktoberfeste in Dormagen", so Hans-Georg Weber. Auch der Tradition fühlen sich die Musiker verpflichtet. In Niederöfflingen begann das organisierte Musizieren wie vielerorts in der Eifel nach den Wirren des Ersten Weltkrieges. Wie in den Nachbargemeinden war auch hier der "Dorfschulmeister" Initiator. Josef Christ rief 1928 die jungen Männer zur Gründung eines Musikvereins auf. Neun Aktive machten mit und nach einigen Proben mit dem Vereinsgründer, der auch gleichzeitig der erste Dirigent war, bereicherte die kleine Gruppe Feste und Feiern vor allem bei kirchlichen Anlässen. Der Dirigentenstab wurde zwischendurch nach der Versetzung der Pädagogen an die Nachfolger Coesmeyer und Scholl weiter gegeben. 1954 wurde Peter Nohn, erstmals kein Pädagoge, Dirigent. Mit ihm begann ein kontinuierlicher Aufstieg. 1963 beteiligten sich die Niederöfflinger erstmals an Wertungsspielen. Beim Landesmusikfest in Reil wurden dem Neuling die Note "Sehr gut", zuerkannt. Seit 2002 ist Hans-Georg Weber "erster Mann". Er setzt als zweiter Vorsitzender im Kreismusikverband die Mitarbeit der Niederöfflinger in der Kreisorganisation fort.