Keiner wird abgewiesen

Gegenüber 2008 hat sich die Teilnehmerzahl beim Programm "Ferien vor Ort" verdoppelt. Eine Herausforderung für die Macher.

Bernkastel-Kues. (cb) Seit mehr als 20 Jahren bietet die VG Bernkastel-Kues die Aktion "Ferien vor Ort" an. Kinder und Jugendlichen zwischen acht und 13 Jahren können an einem zweiwöchigen Blockprogramm teilnehmen.

In den vergangenen Jahren wurden stets um die 110 Anmeldungen verzeichnet. 2009 sieht das ganz anders aus. "Wir sind förmlich überrannt worden", sagt Bürgermeister Ulf Hangert. Zum Stichtag waren die Anmeldungen von etwa 210 Kindern und Jugendlichen zu verzeichnen. "Uns war klar, dass wir nicht mehr als 100 Angemeldeten absagen können", erläutert Hangert.

So wurden alle Hebel in Bewegung gesetzt, damit keiner das Nachsehen haben muss. Der Verein für Sport, Freizeit und Gesundheit (SFG) Bernkastel-Kues, der die Aktion für die VG durchführt, macht es möglich. "Auch wir sind ein bisschen überrollt worden, aber alle Kinder werden unterkommen", verspricht Diplom-Sportlehrer Rainer Krischel, der Leiter der Freizeit. Lediglich beim Ablauf könne es zu kleineren Änderungen kommen.

Zwischen dem 13. bis 24. Juli wird einfach doppelt gerechnet. Statt zehn bis zwölf Betreuer bietet der Verein deren 22 auf. Er rekrutiert sie aus eigenen Reihen, der Verein verfügt über 2100 Mitglieder und aus älteren Schülern. Statt zwei Busse für die Fahrten werden vier Gefährte geordert. Statt 110 Mittagessen muss die Küche eines Supermarktes 220 Mahlzeiten liefern. Doppelt so teuer wie bisher wird die Freizeit, die jeden Teilnehmer 80 Euro kostet, natürlich auch. Der Betrag, den die VG zusätzlich aufbringen muss, erhöht sich von 5000 auf etwa 10 000 Euro. Die Kommune tut dies gerne. "Ich bin froh und dankbar, dass der SFG alle Hebel in Bewegung gesetzt hat", sagt Ulf Hangert.

Warum die Resonanz so groß ist, bleibt der Spekulation überlassen. Nahe liegt, dass viele Eltern wegen der Wirtschaftskrise in den Ferien nicht wegfahren, ihren Kindern aber Abwechslung bieten möchten. VG und SFG stellen sich darauf ein, dass dieser Trend noch anhält. "Wir setzen uns nach den Ferien zusammen, um frühzeitig für größere Dimensionen zu planen", sagt Hangert.