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Kesten, Morscheid-Riedenburg, Malborn und Reil nehmen am Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" teil

Kesten, Morscheid-Riedenburg, Malborn und Reil nehmen am Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" teil

Die Gemeinden Kesten, Morscheid-Riedenburg, Malborn und Reil messen sich in diesem Jahr auf Kreisebene beim Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft". Am Mittwoch und Donnerstag bekamen die vier Dörfer Besuch von der Wettbewerbskommission.

Jeder Ort hat seine Besonderheiten. Für die sechsköpfige Kommission von der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich wird es daher nicht leicht, aus den vier Teilnehmergemeinden des Wettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft" einen Gewinner zu küren.
Nach den Begehungen in Kesten, Morscheid-Riedenburg und Malborn am Mittwoch und in Reil am Donnerstag wird die Jury ihre Entscheidung am heutigen Freitag bekanntgeben (TV-Bericht folgt).
Mit strahlendem Sonnenschein startet der Wettbewerb in Kesten. "Wenn der Ort uns so überzeugt wie Petrus, haben Sie gute Chancen dieses Jahr", sagt Gregor Eibes, Landrat und Vorsitzender der Kommission. In dem 379-Einwohner-Ort ist in den vergangenen Jahren viel passiert. "Es gibt keinen Ort an der Mosel, in den so viel Geld geflossen ist", sagt Leo Wächter, hauptamtlicher Beigeordneter der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues, und erklärt dies mit Investitionen in den Hochwasserschutz und die Kanalisierung. "Wir möchten dem Land zeigen, dass wir auch etwas mit den Fördergeldern gemacht haben", erklärt Ortsbürgermeister Michael Beer den Grund der Teilnahme.
Auch in der Kirche St. Georg soll noch viel passieren: "Ein ehemaliger Kestener, der heute Domkantor in der Schweiz ist, hat uns eine neue Orgel gespendet", sagt Gemeinderatsmitglied Ottmar Junk. Bedingung sei aber, dass die Kirche saniert werde. "Die Hälfte der dafür notwendigen 36 000 Euro haben die Kestener schon zusammen.
Weiter geht\'s nach Morscheid-Riedenburg, wo die Kommission mit einem Frühlingstanz der Kindergartenkinder empfangen wird. Das Dorf besticht mit einem Jugendanteil von 20,55 Prozent unter den 508 Einwohnern. Startpunkt der Ortsbegehung ist die Kirche St. Laurentius. Es folgen zwei Kapellen und ein Heiligenhäuschen. Auf vielfältige Art - etwa durch Gedenktafeln und die Benennung der Schule - wird in Morscheid-Riedenburg zudem der ehemaligen Bürgerin, Schwester Blandine Merten, gedacht. "Sie erfährt hier große Wertschätzung", erklärt Ortsvorsteher Erwin Schenk. Besonders stolz sind die Bürger zudem auf das ortsprägende und renovierte Haus Talblick, das Ferienwohnungen und einen großen Saal für Hochzeiten und Feiern bereithält.
Ein weiterer Hunsrück-Ort, der teilnimmt, ist Malborn. Zahlreiche Bürger begrüßen die Kommission bei ihrem Besuch im Dorf. "Das soll zeigen, dass wir viel zusammen machen", erklärt Ortsbürgermeisterin Petra-Claudia Hogh. Malborn befinde sich derzeit im Wandel: Der Kindergarten muss demnächst renoviert werden, die Kinder werden dann in der Steinkopfhalle betreut. Viele alte Häuser des 862-Einwohner-Ortes stehen leer und sind sanierungsbedürftig. Aber es tut sich was: "Es gibt viele Leute, die in Eigenleistung alte Häuser renovieren", sagt Gemeinderatsmitglied Heike Probst-Hartig. Genau diese Eigenleistung will Ortsbürgermeisterin Hogh unterstützen: "Uns ist wichtig, dass die Politik sich auseinandersetzt mit denen, die Dinge in Eigeninitiative umsetzen."
Auch der Moselort Reil präsentiert sich von seiner besten Seite. Mit einem Planwagen führen die Dorfbewohner die Kommission zu den sehenswerten Plätzen. Mit ihrer Kirche können die Reiler eine der größten zwischen Trier und Koblenz vorweisen. Unter dem Dach leben circa 4500 Fledermäuse.
Nicht nur der Lebensraum der Tiere, auch der der Pflanzen liegt den Menschen sehr am Herzen. "Südlich des Sportplatzes ist ein großes Biotop entstanden", erklärt der erste Beigeordnete, Rüdiger Nilles. Dass Reil vom Tourismus lebt, zeigen die Zahlen deutlich: "Wir haben jährlich 120 000 Übernachtungen", sagt Nilles. Für die insgesamt 1130 Reiler gibt es außerdem 20 Vereine. Landrat Gregor Eibes lobt die Aktivität der Bürger. "Das Vereinsleben ist schon beeindruckend."Extra

 An der Skulptur der Reiler Bibade (Reiler Säufer) treffen sich die Kommissionsmitglieder. TV-Foto: Lena Mart
An der Skulptur der Reiler Bibade (Reiler Säufer) treffen sich die Kommissionsmitglieder. TV-Foto: Lena Mart Foto: Lena Mart
 Startpunkt der Ortsbegehung in Morscheid-Riedenburg ist die Kirche St. Laurentius. TV-Fotos (3): Klaus Kimmling
Startpunkt der Ortsbegehung in Morscheid-Riedenburg ist die Kirche St. Laurentius. TV-Fotos (3): Klaus Kimmling Foto: klaus kimmling (kik), klaus kimmling ("TV-Upload kimmling"
 In Kesten strahlt sie Sonne, als die Kommission eintrifft.
In Kesten strahlt sie Sonne, als die Kommission eintrifft. Foto: klaus kimmling (m_kreis )

Ziel des Wettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft" ist es, die Bürger zu motivieren, aktiv in ihrem Dorf mitzuwirken. Teilnehmen dürfen Orte mit bis zu 3000 Einwohnern. Die erste Runde ist die Kreisebene, danach folgt im Juni die Gebietsebene (Trier) und dann der Landesentscheid. 2014 und 2015 gibt es Landeswettbewerbe. Alle drei Jahre findet der Bundeswettbewerb statt, an dem die Siegergemeinden mit der höchsten Punktzahl teilnehmen können. Der nächste Bundesentscheid ist 2016. Die vier Gemeinden aus dem Kreis Bernkastel-Wittlich treten in der Hauptklasse an, weil sie alle zum ersten Mal teilnehmen oder noch nicht im Gebietsentscheid waren. Wer bereits einmal am Gebietsentscheid teilgenommen hat, startet in der Sonderklasse. lem