Kicker, Kämpfer, Legenden: Juden im deutschen Fußball

Kicker, Kämpfer, Legenden: Juden im deutschen Fußball

Jüdische Spieler und Trainer sind Pioniere des deutschen Fußballs gewesen und haben die Sportart in Deutschland erst populär gemacht. An ihre Verdienste sowie ihre Schicksale erinnert eine Ausstellung in Idar-Oberstein.

Idar-Oberstein. Zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus richten die Stadt Idar-Oberstein und der Verein Schalom eine Gedenkveranstaltung aus. In deren Mittelpunkt steht diesmal die Eröffnung der Ausstellung "Kicker, Kämpfer, Legenden - Juden im deutschen Fußball", die in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau und der Initiative "Nie wieder - Erinnerungstag im deutschen Fußball" gezeigt wird. Die Veranstaltung findet am Freitag, 27. Januar, um 19 Uhr in der Göttenbach-Aula statt.
Klaus Schulz, Diakon in der evangelischen Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau, führt in die Ausstellung ein. Die Ausstellung thematisiert die Bedeutung von Juden im deutschen Fußball. Jüdische Spieler, Trainer, Journalisten und Funktionäre haben den Fußball in Deutschland populär gemacht. Sie waren Pioniere des deutschen Fußballs, wurden umjubelt, verehrt und respektiert. Als der FC Bayern München 1932 zum ersten Mal den deutschen Meistertitel errang, wurden auch der jüdische Vereinspräsident Kurt Landauer und der jüdische Trainer Richard "Little" Dombi wie Helden gefeiert. 1933 endeten diese Karrieren dann schlagartig. Bis 1938 durften Juden nur noch in jüdischen Vereinen spielen, danach wurden alle Sportaktivitäten für sie verboten. Nach dem Zweiten Weltkrieg spielten deutsche Juden nie wieder eine vergleichbare Rolle im deutschen Fußball.
Die Ausstellung in der Göttenbach-Aula ist vom 30. Januar bis 20. Februar jeweils montags bis donnerstags von 9 bis 16 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Im Rahmen der Veranstaltung finden Lesungen mit dem Sportjournalisten Ronny Blaschke in der Göttenbach-Aula statt. Am Montag, 30. Januar, liest er vormittags in Schulveranstaltungen und um 18.30 Uhr in einer öffentlichen Lesung Auszüge aus seinem Buch "Angriff von Rechtsaußen - Wie Neonazis den Fußball missbrauchen". red
Der Eintritt zur Lesung ist frei, es wird jedoch für Gruppen um Voranmeldung gebeten. Ansprechpartner beim Stadtjugendamt sind Sebastian Herzig und Sabine Moser, Telefon 06781/64-542 und -531, E-Mail jugendarbeit@idar-oberstein.de

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