Kiesabbau: Bürgerinitiative lässt nicht locker

Neumagen-Dhron · Die Bürgerinitiative Pro Dhrontal wehrt sich weiter gegen die für den Kiestransport vom Neumagener Berg ausgewählte Route. Zustimmung erhält sie vom Ortsgemeinderat Leiwen. Der Mensch zähle mehr als Gewinninteressen eines Unternehmens, heißt es in einer Resolution.

Neumagen-Dhron. Sind mit der Entscheidung über die Route für den Kiestransport die Wogen geglättet? Für die Bürgerinitiative (BI) Pro Dhrontal sind sie es mit Sicherheit nicht. Im Gegenteil: Die Stimmen, die unmittelbar nach dem von Bürgermeister Ulf Hangert Ende Juli getroffenen Votum laut wurden, lassen etwas Anderes erwarten.
Wie berichtet hatte sich der Verwaltungschef der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues für die sogenannte Dhrontalroute ausgesprochen. Sie tangiert vor allem die Orte Papiermühle, Dhron, Piesport und Trittenheim. Die BI hatte, wie berichtet, auf das ihrer Meinung nach kleinere Übel, die Weißhausroute, durch die Weinberge, gesetzt, fand aber kein Gehör.
Die ideale Strecke wäre für viele Bürger, auch aus den Nachbargemeinden, der Weg über die Zummeterhöhe und dann über die A 1. Diese Variante scheiterte aber früh, weil auf Trittenheimer Gebiet liegende Wirtschaftswege tangiert sind. Der Trittenheimer Gemeinderat versagte die Zustimmung für eine Nutzung der 40-Tonner-Lastwagen, die über Jahre Kies in die Werke Klüsserath und Klausen der Firma Bandemer transportieren sollen. Die Firma, die sich gegenüber dem TV nicht äußert, hatte mitgeteilt, dass diese Strecke nicht in Frage komme, weil sie die Transportkosten erheblich verteuere. Dieses Argument zog beispielsweise im März bei einer Bürgerversammlung mit mehr als 300 Besuchern nicht. Da war die Rede davon, dass Kiesabbau quasi eine Gelddruckmaschine sei (der TV berichtete).
Ziviler Ungehorsam


Der erste Unmut von Anliegern der Dhrontalroute ging so weit, dass sie bereits von zivilem Ungehorsam sprachen: zum Beispiel Fahrzeuge so zu parken, dass die Laster Probleme haben vorbeizukommen. BI-Vorsitzender Michael Keppeln kündigte auch den Gang vor Gericht an.
Ob es dazu kommt, lässt er derzeit offen. Mit Sicherheit wird darüber aber in der kommenden Woche gesprochen. Die BI lädt für Donnerstag, 27. August, zu einer Informationsveranstaltung ins Gasthaus Zum Hofberg ein. Beginn ist um 19 Uhr. Es gibt auch weitere Reaktionen. So hat sich der Ortsgemeinderat Leiwen in einer Resolution für den Transport über die A 1 ausgesprochen. In der Resolution heißt es unter anderem, dass der Neumagen-Dhroner Gemeinderat vor 15 Jahren die Verträge mit der Firma Bandemer geschlossen hat, "ohne die Verkehrsbelastungen der übrigen Gemeinden zu thematisieren". Gefordert wird unter anderem: Mit Grundstückseigentümern und insbesondere den an der Transportstrecke liegenden Beherbergungsbetrieben müsse über Entschädigungen verhandelt werden. "Die Interessen der Bürger und Touristen im Moseltal müssen im Zweifel immer vor den Gewinninteressen eines Unternehmens stehen", heißt es zum Schluss. Die BI hat sich auch an den Bürgerbeauftragten des Landes Rheinland-Pfalz gewandt. Die vom stellvertretenden Bürgerbeauftragten Hermann-Josef Lynn unterschriebene Antwort zeichnet aber nur den bisherigen Verlauf der Diskussion nach. Das Schreiben liegt dem TV vor.
Die Ortsgemeinde ist derzeit außen vor. "Die Firma Bandemer und die Untere Wasserbehörde müssen jetzt über die Streckenführung auf den Wirtschaftswegen reden", sagt Bürgermeister Michael Thomas. Zum Beispiel über den Bau einer Brücke. Später komme auch noch der Landesbetrieb Mobilität dazu.