Kiesabfuhr: Noch kein Votum für die Streckenführung

Kiesabfuhr: Noch kein Votum für die Streckenführung

Die Ortsgemeinde Neumagen-Dhron sucht nach Lösungen für die Kiesabfuhr vom Neumagener Berg. Überlegungen, die bei einer großen Infoveranstaltung aufkamen, mündeten in Beschlüsse zur weiteren Vorgehensweise.

Neumagen-Dhron. Der Ortsgemeinderat Neumagen-Dhron hat, wie bereits im Vorfeld angekündigt, am Donnerstagabend keine Entscheidung getroffen, welche Strecken die Lastwagen der Firma Kies-Bandemer nehmen, um Kies vom Neumagener Berg in ihre Werke in Klüsserath und Klausen zu fahren. Wie berichtet gibt es gültige Verträge aus dem Jahr 2002, die der Firma den Kiesabbau über Jahre hinweg erlauben. Aber erst seit wenigen Monaten wird über die Wegeführung diskutiert.
Die Firma präferiert zwei Wege, die durch das Dhrontal zwischen den Ortsteilen Dhron und Papiermühle führen. Die Abfuhr nach Klausen könnte über Dhron und Piesport gehen, die nach Klüsserath über Dhrönchen und Trittenheim beziehungsweise Leiwen.
Bei einer Infoveranstaltung mit mehr als 300 Bürgern in der vergangenen Woche kristallisierte sich heraus: Die Betroffenen können nur mit einer Strecke leben, die über Zummet zur A 1 führt. Diesen Weg sieht die Firma Bandemer aber als unwirtschaftlich an, weil er wesentlich länger ist als die übrigen Varianten ist (der TV berichtete).
Für die Zummetstrecke wird aber auch die Zustimmung der Ortsgemeinde Trittenheim benötigt. Sie führt zu Beginn über Wirtschaftswege, die auf dem Gebiet des Nachbarortes liegen. Von dort wurde schon signalisiert, dass darüber geredet werden kann. Ohne die Zustimmung aus Trittenheim ist diese Strecke tabu.
Gutachter wird beauftragt



Der Ortsgemeinderat Neumagen-Dhron hat nun unter anderem beschlossen: Ein unabhängiger Gutachter soll prüfen, ob die von der Firma ins Spiel gebrachten Argumente über Wirtschaftlichkeit wirklich zutreffen. Geprüft werden soll auch, ob die Firma rechtlich auf eine Strecke festgelegt werden kann.
Im Spiel sind nur noch die drei geschilderten Varianten, andere waren bereits bei der Infoveranstaltung ad acta gelegt worden. Sollte es doch auf die Strecken im Dhrontal hinauslaufen, entsteht eine besondere Situation. Dann wäre der Großteil der Ratsmitglieder, einschließlich Bürgermeister und Beigeordnete, befangen, weil sie oder nahe Verwandte von der Route betroffen wären. Dann müsste die Kreisverwaltung einen Beauftragten stellen, der die Entscheidung treffen würde. cb

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