Kieselklopper und Republikaner

DIERSCHEID. Wertvolles, Originelles und Alltägliches erwartet die Besucher im Dorfmuseum Dierscheid. Eine alte Stellmacherwerkstatt im Ortskern wurde als Museum hergerichtet. Der Bezug zum Ort ist dem Interessenkreis ein wichtiges Anliegen.

"Nur alt zu sein reicht nicht, um im Dorfmuseum Dierscheid ausgestellt zu werden. Der Bezug zum Dorf ist uns wichtig", erklärt Erich Henkel, Mitglied im Interessenkreis Museum Dierscheid. So sind beispielsweise eine Baumsäge und ein Schlichtbeil im Museum ausgestellt, die auf die Waldarbeit hinweisen. Maulkörbe für die Kühe, Krummgabel und Heubinder zeigen, dass die Landwirtschaft im Ort selbstverständlich war. Die Leute haben ihren Viez selbst gemacht

"Jeder hatte eine oder zwei Kühe, vielleicht noch ein paar Schweine, die Leute haben ihren Viez gemacht, so war das damals hier und in den meisten Gemeinden in der Region", erinnert sich Peter Zenner, Bürgermeister der Heckenlandgemeinde. Alte Kieselhammer und Fotos zeugen von der schweren Arbeit der "Kieselklopper". "Auf Dierscheider Gelände wurden Kieselsteine klein geschlagen, mit Hämmern verschiedener Größen. Man sah den Männern auch gleich an, dass sie von dieser Arbeit kamen, denn sie waren vom Kieselstaub rot von oben bis unten" erklärt Erich Henkel. Überliefert ist zudem, dass die Dierscheider 1848, im Jahr der Revolution, auch in Dierscheid die Republik ausgerufen haben. Bis in die jüngste Vergangenheit hieß es noch die "Dierscheider Republikaner". Besonders stolz sind die Dierscheider auf die Stein- und Münzsammlung in ihrem Museum. "Das Landesmuseum hat die Steine archiviert, sie haben historischen Wert", berichtet Peter Zenner. Seit Oktober 1992 kommen jährlich Einzelpersonen und Gruppen in das kleine Museum, das in einer ehemaligen Stellmacherwerkstatt eingerichtet wurde. 1989 hatte die Gemeinde die Idee, die Geschichte und Besonderheiten des Orts in einem Museum darzustellen. Ein Interessenkreis mit zehn Mitgliedern gründete sich. Sie halten die Räumlichkeiten instand, suchen nach interessanten Ausstellungsstücken und führen durch das Museum. Öffnungszeiten: Von Mai bis Oktober jeden ersten Sonntag im Monat von 11 bis 12 Uhr oder nach Vereinbarung unter 06508/7207, Erich Henkel.

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