Kieslaster: Neue Route findet Freunde - Vorschlag der Firma Bandemer stößt in Neumagen-Dhron auf Zustimmung

Kieslaster: Neue Route findet Freunde - Vorschlag der Firma Bandemer stößt in Neumagen-Dhron auf Zustimmung

Die Beweggründe sind unklar. Doch in diesem Fall würde allein das Ergebnis zählen. Wenn der Kiestransport vom Neumagener Berg über einen befestigten Waldweg genehmigt wird, wäre das im Sinne vieler Bürger.

Neumagen-Dhron. Etwa ein Jahr lang herrschte Ruhe an der Front. Zumindest öffentlich war nichts zu hören über den Kiesabbau auf dem Neumagener Berg. Um es noch genauer zu sagen: über die Route, die die Lastwagen nehmen sollen, um den Kies abzutransportieren. Dann die Überraschung: Vergangene Woche hat die Firma Bandemer in der Sitzung des Trittenheimer Ortsgemeinderates eine Alternativroute vorgestellt.

Mit ihr würde eine Forderung aus mehreren Orten erfüllt: Denn wenn es so kommt, wird keine einzige Gemeinde direkt tangiert (TV vom 2. September). Es gäbe keinen Durchgangsverkehr.
Wieso gab es diese Präsentation in Trittenheim und nicht in Neumagen-Dhron? Weil ohne die Trittenheimer Zustimmung über die Nutzung eines Weges von vorneherein keine Chance auf eine Realisierung besteht. Die gibt es jetzt, weil das Gremium bei einer Gegenstimme die Route durch den Wald befürwortete.

Die Vorgeschichte: Es gibt seit 2002 Verträge zwischen der Gemeinde Neumagen-Dhron und der Firma Bandemer, die in Klausen und Klüsserath Werke hat. Erst vor einigen Jahren begann dann die Diskussion darüber, auf welcher Route der Kies zu den Werken gelangt.Vom Berg zu den Kunden


Weil fast alle Neumagen-Dhroner Ratsmitglieder befangen waren, traf Ulf Hangert, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues, die Entscheidung. Die sogenannte Dhrontalroute würde vor allem Papiermühle, Dhron, Piesport und Trittenheim direkt betreffen.
Für viele Bürger aus den umliegenden Orten und die Bürgerinitiative (BI) Pro Dhrontal kam schon damals nur eine Route über den Neumagener und Trittenheimer Berg in Richtung Autobahn 1 in Frage. Bandemer lehnte dies aus Kostengründen ab. Nun also die Kehrtwende. Die Firma will an der Abbaustelle eine mobile Waschanlage errichten und den Kies dann von dort gleich über die Autobahn zu Großkunden transportieren.

Der Weg durch den Wald würde Neumagen-Dhroner und Trittenheimer Gelände tangieren. Nach Auskunft des Neumagen-Dhroner Ortsbürgermeisters Michael Thomas müsste er befestigt werden. Es müsse auch noch eine Verbindung zwischen den Trassen hergestellt werden. Die Kosten übernehme Bandemer.
"Die Route wäre natürlich in unserem Sinn", sagt Thomas. Er sei "verhalten optimistisch", dass die Umsetzung klappt. Schließlich müssten auch hier Gutachten erstellt und Verwaltungen eingeschaltet werden. An die jetzt mögliche Lösung habe im Vorfeld niemand gedacht.

Auch Michael Keppeln, Sprecher der BI, ist "verhalten optimistisch". Er freue sich, dass bei Bandemer offenbar ein Umdenkungsprozess stattgefunden hat. Die Firma möchte sich nicht dazu äußern, wie es dazu kam.
Vielleicht, so Michael Thomas, habe der Umschwung damit zu tun, dass bei der Dhrontalroute Schwierigkeiten mit einem Brückenbau zu erwarten sind. Die schönste Erklärung wäre natürlich: Die Firma nimmt doch Rücksicht auf die Bürger.Meinung

Foto: (m_mo )

Die Menschen haben Vorrang
Was auch immer Bandemer bewogen haben mag: Die angedachte Lösung wäre im Sinne der Bürger. Selbst wenn ein Stück Natur verbraucht wird, dort eine Mopsfledermaus lebt oder ein Rotmilan nistet. Hier haben die Menschen Vorrang. Über Jahre Tag für Tag Dutzende 40-Tonner zu sehen und zu hören, wäre unerträglich. Bleibt zu hoffen, dass die Behörden im Sinne der Bürger entscheiden. c.beckmann@volksfreund.de

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