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Kinder-Boom in Malborn bereitet Kopfzerbrechen wegen Kita

Kommunalpolitik : Zu viele Kinder, zu wenige Kita-Plätze? Kinder-Boom in Malborn bereitet Kopfzerbrechen

Malborn braucht dringend mehr Platz für Kindergartenkinder. In dem zweitgrößten Ort der Verbandsgemeinde Thalfang fürchtet man bereits vor der eigentlichen Planungsphase, dass die Kita-Erweiterung nicht ausreichen wird.

Manchmal besteht erheblicher Diskussionsbedarf sowohl über lokale als auch über grundsätzliche Themen, auch, wenn über diese Punkte letztendlich keine Abstimmung ansteht. Das war zu sehen bei der jüngsten gemeinsamen Sitzung des Gemeinderats Malborn und des Ortsbeirats Thiergarten in der Thiergartener Bürgerhalle. Bereits in der Einwohnerstunde meldeten sich Vertreter der Volleyballer und der Fußballer zu Wort.

Das Problem: Sie dürfen, wie weitere Sportgruppen auch, die Steinkopfhalle in Malborn derzeit nicht benutzen. „Wir würden gerne darüber sprechen, dass dort wieder was stattfindet. Uns fehlt der Sport“, sagt eine Sprecherin der Sportgruppen. Man benötige ein Konzept, wie es weitergehen kann, wenn die Coronazahlen niedriger werden und man wieder in die Halle kann, kristallisierte sich bei den Vertretern der Sportvereine heraus. Ansonsten könnte es passieren, dass die Aktiven aufgrund der ungewissen Situation zu Vereinen an anderen Orten wechselten.

Ortsbürgermeisterin Petra-Claudia Hogh verwies darauf, dass alle Vereine darüber informiert wurden, dass diese ein Hygienekonzept vorlegen müssen. „Es muss dokumentiert werden, wer desinfiziert und wer Kontaktlisten führt“, sagte sie Zudem sei eine Dachreparatur aufgrund der Ballsportarten mit 15 000 Euro teuer ausgefallen. Ein Netz müsse von innen montiert werden, um die Decke zu schützen. Als weiterer Aspekt sei zu berücksichtigen, dass im Foyer der Halle eine Gruppe der Kindertagesstätte untergebracht sei. Dort herrschten besondere Hygienevorschriften. In der Vergangenheit sei es bereits vorgekommen, dass Sportler diesen Bereich betreten hätten.

Und auch die Frage der Lüftung sei noch nicht geklärt. Dafür benötige man eine klare Aussage eines Fachmanns, der rechnet, ob die Querlüftung mittels offener Fenster reicht. „Ist spät abends unter diesen Voraussetzungen überhaupt noch Sport möglich“, sei die Frage, denn am nächsten Tag würde die Halle an drei Tagen von den Grundschulkindern genutzt. „Wenn abends Hallensport stattfindet, wer desinfiziert bis zum Schulsport“, fragte sie. Hinzu kommt die Problematik des Haushalts. Denn für 2020 sei dieser noch nicht beschlossen und noch nicht von der Kreisverwaltung genehmigt. Notwendige Investitionen wie die Montage des Netzes zum Schutz des Daches seien erst dann möglich.

Ein weiterer Diskussionspunkt im weiteren Verlauf der Sitzung war die Erweiterung des Kindergartens. Zwei Optionen ständen zur Verfügung, sagte Hogh, ohne diese allerdings zu benennen. Die Alternativen erläutert sie auch auf Nachfrage nicht. Denn sie möchte  nur mit der Option an die Öffentlichkeit gehen, die auch realisiert werde.Sie habe bereits Schreiben vorliegen, in denen klar gesagt werde, dass sich die hochverschuldete Gemeinde für die günstigste entscheiden müsse. Das Problem: Das Jugendamt gebe einen Platzbedarf für 86 Kinder vor, aber bereits jetzt zähle man 93 Kinder in der Ortsgemeinde, die Anspruch hätten auf einen Kita-Platz.

Und Bauplätze sowie leerstehende Häuser würden überwiegend an junge Familien mit Kindern verkauft. Bis der Kindergarten erweitert ist, vergehen mit Planung und Bau rund zweieinhalb Jahre, sagt die Ortsbürgermeisterin. „Das kann sein, dass wir zu Baubeginn bereits zu klein sind“, sagte Ratsmitglied Klaus-Dieter Lauer und hält 110, 120 Kinder für möglich.  Denn Malborn wachse weiter. „Hier kommen Fremde her wegen Kita und Grundschule“, sagte er. Man müsse realistisch von 100 Kindern ausgehen, sagte der Erste Beigeordnete Hans-Peter Eisele „Wir werden weiter wachsen und wollen nicht immer die gleichen Diskussionen führen.“

Nicht möglich ist die Variante, dass eine Außengruppe als Waldkindergarten die Platzprobleme lösen kann. Man dürfe nicht auslagern, weil das Stammgebäude zu klein ist, sagt Hogh.