Kinder können durchatmen

Fast 900 Kinder sind seit 1996 auf Initiative der Tschernobyl-Hilfe Erbeskopf zur Erholung nach Deutschland gekommen. Auch in diesem Sommer sind Gäste angereist.

Gemeinsames Basteln und Spielen gehören zum Erholungsprogramm der Kinder aus Weißrussland. Foto: privat

Hoppstätten-Weiersbach. (red) Seit 1996 ermöglicht der Verein Kindern aus Weißrussland einen Urlaub in Deutschland. In diesem Jahr besteht die Gruppe, die kürzlich in Thalfang angereist ist, aus 36 Kindern, drei Betreuern und fünf Gästen. Damit bei den Kindern kein Heimweh aufkommt und sie sich auch in ihrer Sprache unterhalten können, gibt es jede Woche ein gemeinsames Treffen. An einem Tag verbrachten die Kinder mit ihren Gastfamilien einen Nachmittag auf dem Flugplatz. Eingeladen hatten Maria und Wolfgang Zimmer aus Hermeskeil, Mitglieder des Flugsportvereins und ehemalige Gastfamilie. Sie und ihre Kollegen kümmerten sich an diesem Nachmittag um die Kinder. Es konnten sogar alle in Flugzeugen mitfliegen.Bärbel Weis aus Achtelsbach und ihre Freunde veranstalteten für die Kinder einen tollen Nachmittag auf dem Gelände der Countryfreunde Trauntal in Brücken. Er begann mit Kaffee und Kuchen, ging weiter mit Spielen und Basteln und endete mit einer Feuershow. In der nächsten Woche fährt die Gruppe wieder nach Hause. Die Kinder kommen immer für drei Wochen - meist zu Beginn der Sommerferien - zur Erholung in die Gastfamilien. Es gibt Familien, die von Anfang an dabei sind. Aber jedes Jahr fallen Gastfamilien aus und es kommen neue hinzu. Allerdings wird es immer schwerer, Gastgeber zu finden, klagt Manfred Bungert, der Vorsitzende des Vereins. Dies hänge damit zusammen, dass das Unglück von Tschernobyl mittlerweile 22 Jahre her sei und viele Menschen es vergessen oder verdrängt haben.Für die Menschen, die in den verstrahlten Gebieten leben, ist das Drama jedoch noch nicht vorbei, sagt Bungert. Der Verein kümmert sich um die Kinder der verstrahlten Orte Rubel und Hotomel in Weißrussland. Es gibt aber auch Verbindungen ins Gebiet Tscherikow. Von dort kamen die ersten Kinder nach Deutschland.Die Tschernobyl-Hilfe Erbes kopf wurde 1995 gegründet. Die Gründer hatten sich seit 1989 bereits in anderen Vereinen mit dem Thema Tschernobyl beschäftigt und Hilfstransporte organisiert. 1990 kamen die ersten Kinder aus Weißrussland zur Erholung nach Deutschland - auf Initiative des Hunsrückvereins Dhronecken. 1995 gründete sich die Tschernobyl-Hilfe Erbeskopf. Der Verein trägt die Kosten für den Transport und die Versicherungen der Kinder. Spendenkonto der Tschernobyl-Hilfe: Konto-Nr. 40018020 bei der Sparkasse Mittelmosel Eifel·Mosel·Hunsrück, BLZ 58751230 oder Konto-Nr. 2137190 bei der VR-Bank Mosel-Hunsrück, BLZ 570 698 06. Infos über den Verein: www.tschernobyl-hilfe.de.