Kindertagesstätte für "Minis"

WINTRICH. Die Kindertagesstätte Wintrich möchte ihre Türen auch für jüngere als dreijährige Kinder öffnen. Der Gemeinderat hat sich bereits dafür ausgesprochen. Bleibt die Frage, wie die mit im Boot sitzenden Brauneberger Kollegen entscheiden werden.

Bei der Frage, ob es für Kinder unter drei Jahren gut ist, einen Kindergarten zu besuchen, scheiden sich die Geister. Für Wintrichs Bürgermeister Dirk Kessler steht jedoch im Vordergrund, den Eltern so weit wie möglich zu helfen. Und es gebe nun einmal Mütter und Väter, die dankbar wären, wenn sie ihre Kinder gut aufgehoben wüssten, bezieht er deutlich Position. In der Kindertagesstätte Wintrich sei dies auf jeden Fall gegeben. Das Haus in katholischer Trägerschaft sei "exzellent geführt" und könne auf "extrem engagiertes Personal" zählen. Und genau darauf komme es an. Denn jüngere Kinder brauchten eine andere Betreuung und auch anderes Spielzeug als ältere Kindergartenkinder. Außerdem sollte man nicht die Chance unterschätzen, auf diese Weise schon bei den Kleinsten Lern- und Sozialverhalten zu fördern. Im Rahmen der Haushaltsberatung hat der Gemeinderat dieses Thema von verschiedenen Seiten beleuchtet. Die Idee des Trägers ist eine Umstrukturierung in Form einer integrierten, altersgemischten Gruppe mit Kleinkindern. Die Entscheidung, sich an den notwendigen Umbauarbeiten zu beteiligen, fiel mehrheitlich mit sechs Ja- und drei Nein-Stimmen sowie zwei Enthaltungen. Der Kreis will sich an dem mit 70 000 Euro kalkulierten Projekt zu 30 Prozent beteiligen. Die Gemeinden Wintrich und Brauneberg, deren Kinder dies dann nutzen könnten, müssten sich - entsprechend der Kinderzahlen - einen Restbetrag von 35 000 Euro teilen. Die Leiterin der Tagesstätte, Kerstin Pazen, sieht in dem erweiterten Angebot einen Vorteil für Kinder und Eltern. Denn die Nachfrage sei da, wie sich bei einer Umfrage im August 2004 gezeigt habe. "Neun Eltern haben Interesse angemeldet", so Pazen. Angesichts der 62 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren in diesem Jahr ist das ein beachtlicher Prozentsatz. Doch Kerstin Pazen hat auch das Wohl der Gemeinde im Blick. Sollten spätere Anträge nicht mehr berücksichtigt werden können, hätten Brauneberg und Wintrich einen Standortvorteil. Nicht zuletzt hat sie natürlich auch die Entwicklung der Kindertagesstätte vor Augen. "Wir wollen unsere Einrichtung zukunftsorientiert weiterentwickeln", begründet die Leiterin, warum die insgesamt acht Mitarbeiter hinter dem ergänzenden Angebot stehen.

Mehr von Volksfreund