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Kindertagesstätte Wallscheid muss erneut erweitert werden

Investitionen : 1,7-Millionen-Invest: Kita Wallscheid wächst weiter

In 40 Jahren wurde die Kindertagesstätte schon vier Mal saniert oder erweitert. Jetzt steht das nächste große Bauvorhaben an.

Momentan ist es ruhig in der Kita. Am späten Nachmittag sind noch zwei Jungen in der Einrichtung und spielen mit ihrer Erzieherin Karten. Das Gebäude, indem sie sitzen, war früher mal die Schule des Ortes. Mit zwei Gruppen hat man 1980 angefangen, eine dritte Gruppe kam 1999 dazu, eine Sanierung folgte 2009. Eine Erweiterung für Ruhe- und Abstellräume kam im Jahr 2011, und das Dach im Altbau wurde im vergangenen Jahr saniert.

Jetzt muss erneut investiert werden, weil das Raumangebot der Einrichtung in fast allen Belangen nicht mehr zeitgemäß ist. Ortsbürgermeister Uwe Kröffges erklärt: „Die Küche ist zu klein und veraltet für den Bedarf, den wir hier haben. Es gibt keine Mensa, im Personalzimmer ist zu wenig Platz, im Bewegungsraum ist es zu eng, und die Betreuung von Kindern unter zwei Jahren ist momentan noch nicht möglich.

Mehr Platz wird gebraucht, weil mehr Kinder in die Kita gehen, denn in den Einzugsgemeinden der Kita, zu denen Wallscheid, Pantenburg, Eckfeld, Laufeld, Oberöfflingen und Dierfeld gehören, werden die Neubaugebiete gut angenommen. Dazu kommt, dass einjährige Kinder aufgenommen werden sollen. Nach dem neuen Kita-Gesetz haben Kinder zudem einen Rechtsanspruch auf eine siebenstündige Betreuung. Das Gesetz tritt am 1. Juli 2021 in Kraft (der Volksfreund berichtete). Für die Umsetzung haben die Kommunen aber sieben Jahre Zeit. Etwa 350 Quadratmeter kommen in Wallscheid dazu, unter anderem ein Gruppenraum mit Nebenraum, ein Mehrzweckraum und eine Kochküche, in der zukünftig über 100 Essen zubereitet werden können.  Der Anbau soll ebenerdig und zweckmäßig werden. „Wir haben mit dem Baugremium, indem Vertreter der Einzugsgemeinden sind, und dem Gemeinderat ausgiebig über Alternativen wie Container oder eine Waldgruppe, diskutiert“, sagt Uwe Kröffges weiter. Und: „Aber nach Abwägung der Kosten und der Auflagen zum Betrieb eines solchen Provisoriums haben wir uns entschlossen, in den vorhandenen Standort für die Zukunft zu investieren.“

Kita-Leiterin Marita Stolz erläutert, was sich durch den Anbau ändern wird: „Wir können mehr Projektarbeit in Kleingruppen machen, die Räume werden gut einsehbar sein. So können wir unserer Aufsichtspflicht gut nachkommen, auch wenn mal Personal ausfällt.“ Sie fasst zusammen: „Wir sind dann räumlich großzügig aufgestellt und auch für neues Personal attraktiv.“

Günstig wird der Anbau nicht. 1,7 Millionen Euro sind veranschlagt, von denen das Land einen Pauschalzuschuss von 300 000 Euro gibt und der Kreis 276 097 Euro Zuschuss zahlt. Die 1,13 Millionen Euro Eigenanteil muss die Gemeinde als Träger der Kita zum Großteil über Kredite finanzieren. Die Einzugsgemeinden beteiligen sich über jährliche Rückzahlungen an den Kosten der Investition.

Der Kindergartenbetrieb soll während der Bauphase normal weiterlaufen. „Das ist auch kein Problem, denn der Anbau wird erst kurz vor Fertigstellung an das vorhandene Gebäude angedockt und in der zweiten Bauphase, in der im Altbestand gearbeitet wird, können die Kinder die Räume im Neubau nutzen.“ Er stellt auch klar: „Wenn es zu räumlichen Engpässen kommen würde, könnten Kinder auch nach Greimerath oder Manderscheid ausweichen. Dort sind noch Kapazitäten frei. Kein Kind wird abgewiesen.“