Kirche erstrahlt in neuem Glanz

Das Innere der evangelischen Kirche in Thalfang ist weitgehend saniert. Der Putz ist wieder mit dem Untergrund verbunden, Risse und weitere Schäden im Gewölbe und im Dachstuhl beseitigt. Während der Arbeiten sind bisher unbekannte Details der Kirche entdeckt worden.

Thalfang. Die Gerüste im Inneren der Thalfanger evangelischen Kirche sind abgebaut, die Deckengewölbe, Wände, Säulen und Gewölberippen strahlen in neuem Glanz: Die Innenrenovierung des ältesten Gebäudes in Thalfang ist weitgehend abgeschlossen. Diese war dringend erforderlich, sagt Winfrid Krause, bisheriger Pfarrer in Thalfang.
Erste Überlegungen habe es bereits 2010 gegeben. 2013 sei die Außenfassade gestrichen worden. 2014 habe man mit den Arbeiten im Inneren der Kirche begonnen. Die Schäden waren enorm: Bis zu 70 Prozent des Gewölbeputzes waren nicht mehr mit dem Untergrund verbunden, sondern hingen lose und drohten herabzufallen. Dieser ist wie einst das Original mit Kalkputz wieder hergestellt worden, der lange trocknen muss - ein Grund für die lange Renovierungszeit. Im Gewölbe selbst waren Risse aufgetreten. Und auch eine Kreuzrippe im Gewölbe des Seitenschiffs war gebrochen und musste erneuert werden. Außerdem ist das Gebälk des Dachstuhls verstärkt worden. Denn die Experten, die die Kirche vor Beginn der Arbeiten untersucht haben, vermuten, dass über die Jahrhunderte der Druck durch das Gewicht von Schnee und Wasser und der Wind zu den Rissen im Gewölbe geführt habe.
Während der Sanierungsarbeiten, die elf Monate andauerten, hatte man weitere Schäden entdeckt: Die Jahrhunderte alten Eichenbalken, die die Empore aus dem Jahr 1750 getragen haben, waren aufgrund der nassen Kirchenwände angefault. Das war vorher nicht bemerkt worden, da die Balken verkleidet waren. Die faulen Stücke wurden herausgetrennt und sind durch Eisenträger ersetzt worden. Dort, wo die Eisenbalken noch in Ordnung waren, habe man sie erhalten.
Der Grund für die nassen Wände ist offenbar ein Baufehler aus den Jahren um 1900. Damals hatte man die Kirchenwände im unteren Bereich gekachelt. "Das hat dazu geführt, dass das Mauerwerk keine Feuchte mehr abgeben konnte", sagt Krause. Das wird jetzt nachgeholt: Diese Bereiche bleiben etwa zwei Jahre offen, damit sie trocknen können. Erst dann werden sie mit neuem Putz und einem Anstrich versehen. Auch die Orgel, die wegen der Arbeiten teilweise abgebaut werden musste, wird wohl erst im Januar wieder erklingen. Hier ist der Grund profaner, denn vorher hat der Orgelbauer schlicht keine Zeit, sagt der Pfarrer.
Die Kosten der Renovierung betragen etwa 400 000 Euro, sagt Krause. 5000 Euro haben Gläubige gespendet, ein wesentlicher Zuschuss sei vom Kirchenkreis Trier gekommen. Etwa die Hälfte der Renovierungskosten trägt die Kirchengemeinde.
Doch auch positive Überraschungen habe es während der Bauarbeiten gegeben, sagt Krause. So habe man im Altarraum einen steinernen Rahmen an der rechten Wand gefunden, in dem ursprünglich vermutlich ein Heiligenbild gewesen war. "Der ist irgendwann einfach mal zugemauert worden", sagt Krause. Er ist wieder hergestellt worden und bleibt erhalten. Eine gefundene Tür in etwa zwei Meter Höhe auf der linken Seite des Altarraums habe man allerdings wieder verdeckt. Diese habe auf eine Empore geführt, die es nicht mehr gibt und auf denen die Herren von Dhronecken vermutlich bei ihren Messbesuchen gesessen haben.