Kirche mitten unter den Menschen

Die Kirche ist mittendrin: In der Gesellschaft und im Leben. Das war eine der Botschaften des Kreiskirchentags in Kastellaun am Wochenende. An Ständen in der Stadt präsentierten sich Selbsthilfegruppen, der Jugend, der Frauen und der Partnerschaftsarbeit.

Kastellaun/Morbach/Traben-Trarbach. Echt mittendrin, so präsentierte sich die evangelische Kirche auf dem Hunsrück und an der Mosel bei ihrem Kreiskirchentag am Wochenende in Kastellaun. Mittendrin in der Stadt, mittendrin in der Gesellschaft und im Leben. "Echt mittendrin wollen wir uns bewegen und feiern, als Kirche mitten unter den Menschen sein und mitten in den Themen, die die Gesellschaft bewegt oder die die Gesellschaft bewegen müsste", so der Kastellauner Pfarrer Knut Ebersbach.
"Gott ist die lebendige Mitte", verdeutlichte auch Superintendent Horst Hörpel in seiner Predigt im Eröffnungsgottesdienst. In Beziehungen mitten im Leben wolle Gott erkannt werden, mitten im Leben und nicht erst im Sterben, mitten in der Gesundheit und nicht erst im Leiden, mitten im verantwortlichen Handeln und nicht erst im Scheitern. Und diese Umkehr müsse bei jedem selbst beginnen und nicht erst bei den anderen Leuten, forderte Hörpel. Echt mittendrin, da sei auch einiges gewachsen in der evangelischen Kirche auf dem Hunsrück und an der Mosel.
500 Gäste bei Gottesdienst


"Diakonische Einrichtungen in unserem Kirchenkreis helfen mit Wort und Tat, dass Menschen aus der Verschuldung und Sucht herausfinden, kümmern sich um Familien mit Neugeborenen, begleiten Ehepaare in Krisen, schenken Menschen Gehör, eröffnen berufliche Perspektiven und bieten Lebensräume für Menschen mit Einschränkungen, mitten unter uns", unterstrich der Superintendent.
Sie alle würden sich auch auf dem Kastellauner Kreiskirchentag präsentieren. Zahlreiche Stände, nicht nur der diakonischen und caritativen Einrichtungen, sondern auch von Kirchengemeinden, Selbsthilfegruppen, der Jugend, der Frauen, der Partnerschaftsarbeit, und vieler anderer Gruppen waren über die Kastellauner Altstadt verteilt, um für Gespräche zur Verfügung zu stehen.
Zahlreiche Bands sorgten nicht nur im Gottesdienst, sondern auch auf mehreren Bühnen für ein musikalisches Programm, viele Frauen aus den Frauenhilfen hatten Kuchen gebacken. Und im Eröffnungsgottesdienst spielten die Posaunenchöre aus dem Kirchenkreis. Es gab Räume der Stille und der Meditation, in einer Podiumsdiskussion sprachen Christen über ihr Engagement mitten in der Gesellschaft, auch wurde an einen Kastellauner Pfarrer erinnert, der in Essen die Reformation einführte.
Fast 500 Menschen nahmen am Eröffnungsgottesdienst vor der evangelischen Kirche teil und feierten dort auch gemeinsam Abendmahl, rund 100 Jugendliche feierten zudem einen eigenen Jugendgottesdienst auf der Burg, für die Kleinsten gab es einen Kindergottesdienst. "Jesus lädt uns ein, auszuziehen, um wie er auf Menschen zuzugehen, die auf der Suche sind, in ihrer Sehnsucht nach einer Lebensperspektive, nach einer Mitte, die nicht ausgrenzt, sondern Gemeinschaft ermöglicht", so Superintendent Horst Hörpel.
Mittendrin, das hieß aber auch ökumenische Gemeinschaft. Die katholische Kirche im Dekanat, aber auch die Freie Christengemeinde Oase in Kastellaun, beteiligten sich mit an diesem Kreiskirchentag. Und in der Abschlussandacht sprachen dann neben Superintendent Horst Hörpel auch Anna Werle vom Dekanat Simmern-Kastellaun und Pastor Winston Tjong-Ayong den Reisesegen. dju