Kirche St. Martin erstrahlt in neuem Glanz

Kirche St. Martin erstrahlt in neuem Glanz

KINHEIM. Fast vierzehn Monate dauerte die Sanierung des Innenraums der altehrwürdigen Kirche St. Martin in Kinheim. Nach dem Umbau präsentiert er sich nun im neuen Glanz. Den Gottesdienst anlässlich der Altarweihe zelebrierte Weihbischof Leo Schwarz.

Erste Umbauarbeiten an der 1827 gebauten Pfarrkirche hatte 1957 der damalige Pfarrer Jakob Thul vorgenommen, der den Innenraum der Kirche damals grundlegend veränderte. Ein großes Sgrafittobild mit der Darstellung des jüngsten Gerichts war damals neben Kanzel, Taufbecken und Nebenaltären neu geschaffen worden. Nach diesem Umbau blieben jedoch notwendige Unterhaltungsmaßnahmen aus, so dass sich die Kirchengemeinde Kinheim 1998 gezwungen sah, mit dem Architekten Thomas van Stipelen mit konkreten Planungen an die erforderliche Sanierung der Kirche heranzugehen. Verwaltungsratsvorsitzender Reinhard Molitor skizzierte noch einmal die einzelnen Schritte der umfangreichen Baumaßnahmen. In den ersten beiden Bauabschnitten wurden zunächst unaufschiebbare Reparaturen zur Substanzerhaltung am Gebäude durchgeführt - Dachreparaturen, der Einbau einer Heizung, die Neuinstallation der gesamten Elektrotechnik, Arbeiten an Turm und Glockenstuhl sowie an der vom Verfall bedrohten historische Verglasung. Im dritten Bauabschnitt wurde der Altarplatz umgestaltet, neue Sakristeiräume wurden unter der Empore geschaffen, der Anstrich des Innenraums und der Bodenbelag wurden erneuert und die Taufkapelle wurde neu gestaltet. Reinhard Molitor dankte den ehrenamtlichen Helfern, die insgesamt 1800 unentgeltliche Arbeitsstunden geleistet hatten. Der Verwaltungsratsvorsitzende dankte auch den ausführenden Firmen und Archiketen van Stipelen, der trotz geringer Mittel Wege gefunden hatte, dass sich die Kinheimer Kirche nun von ihrer schönsten Seite präsentieren kann. Ein Lob für den Architekten gab es auch von Pfarrer Dieter Remy, der ihm ein "Gespür" für sakrale Baumaßnahmen bescheinigte. Besonders gelungen seien die Neugestaltung der Taufkapelle mit dem alten Taufstein, der Altarraum in Naturstein und der nun ansprechende helle Innenraum. Für die alle bisherigen Sanierungsmaßnahmen wurden insgesamt 500 000 Euro aufgewendet, davon 330 000 für die Innenrenovierung. Da das Bistum hiervon 180 000 Euro übernahm, verblieben für die Kirchengemeinde Kinheim noch 150 000 Euro. An Spenden der Kinheimer Gläubigen gingen 55 000 Euro ein. In seiner Predigt freute sich Weihbischof Leo Schwarz, Pfarrer Remy eine schöne Kirche übergeben zu können. Kinheim, dessen Kirchengeschichte 1477 mit der Errichtung einer Kapelle und der Forderung nach einem regelmäßigen Gottesdienst begonnen hatte, könne stolz auf sein Gotteshaus sein. Die Altarweihe nahm der Weihbischof, gemeinsam mit Pfarrer i.R. Karl Geis und Pfarrer Dieter Remy vor. Der Kirchenchor Kröv-Kinheim unter Leitung von Albert Henn begleitete den Gottesdienst musikalisch. Wie das Kircheninnere strahlten an diesem Tage auch die Gesichter der Gläubigen in Kinheim. Während der Renovierung waren die Gottesdienste im Joseph-Bechtel-Haus gefeiert worden. Dorthin hatte die Vorsitzende des Pfarrgemeinderates Jutta Kaufmann alle Helfer und Beteiligte zu einem festlichen Empfang eingeladen, um den Abschluss der Innenrenovierung zu feiern. Ortsbürgermeister Günter Jacoby und Bürgermeister Otto Maria Bastgen dankten im Namen von Gemeinde und Verbandsgemeinde für die Sanierung und lobten das vorbildliche Engagement der Kinheimer, ohne das dieses Werk nicht machbar gewesen wäre. Weil nach Ansicht der Verantwortlichen ein Außenanstrich der Kirche kein Luxus wäre, werden die Sanierungsarbeiten an St. Martin in den nächsten Jahren wahrscheinlich weitergehen.