Infrastruktur: Kirche und Genuss auf zwei Rädern

Infrastruktur : Kirche und Genuss auf zwei Rädern

Die Verbandsgemeinde Wittlich-Land möchte den Tourismus weiterentwickeln. Geplant ist ein neuer Radweg, der das Kloster Himmerod und die Wallfahrtskirche Klausen verbinden soll. Das Projekt hat auch Symbolcharakter.

Die Verbandsgemeinde Wittlich-Land will bereits Vorhandenes nutzen, um den Tourismus weiter voran zu bringen. Ein Projekt, mit dem dieses Ziel verwirklicht wird, ist ein beschilderter Radweg zwischen dem Kloster Himmerod und der Wallfahrtskirche Klausen. Mit dem Vorhaben will die VG am landesweiten Profilierungswettbewerb „Kultur, Regionalität, Tourismus“ teilnehmen. Wird das Projekt ausgewählt, winkt eine Förderung.

Das ist geplant: „Wir wollen nach vorne schauen und und nach vorne entwickeln“, sagt Dennis Junk in der Sitzung des Verbandsgemeinderats bei der Vorstellung des Projekts. Die „geistlich-touristischen Hotspots“ der VG in Klausen und Großlittgen sollen miteinander verbunden werden. „Das sehe ich auch ein bisschen symbolisch“, sagt Junk im Hinblick auf die Verbindung der Orte, die im Gebiet der ehemaligen VG Wittlich-Land (Klausen) und der Ex-VG Manderscheid (Himmerod) liegen. „Das ist ein Leuchtturmprojekt, es verbindet die beiden Gebiete symbolisch“, sagte Junk. Durch den Radweg erhoffe man sich neue Besucherströme. Diese sollen auf der Trasse auch die regionalen Besonderheiten in punkto Genuss wie den Dorfladen in Klausen, die Straußwirtschaften in Osann-Monzel oder den Biergarten in Esch kennen und schätzen lernen.

Die Strecke: Die geplante Trasse ist rund 45 Kilometer lang und soll vom Kloster Himmerod über Großlittgen, Minderlittgen, Hupperath, Bergweiler, Dreis, Salmtal, Esch, Klausen (Wallfahrtskirche), Monzel und Osann bis zur Anbindung an den Maare-Mosel-Radweg bei Maring-Noviand verlaufen. So ist eine direkte Anbindung an die Mosel gegeben. Der Streckenabschnitt zwischen Bergweiler an der Anbindung „Radweg Wittlicher Senke“ bis nach Maring-Noviand ist dabei bereits als beschilderter Radweg vorhanden. Darüber hinaus besteht über den Radweg „Wittlicher Senke“ eine Anbindung an die Stadt Wittlich.

Eine Anbindung an den Radlerbus des Verkehrsverbunds Region Trier (VRT), Regio-Linie 300, ist in Großlittgen und Wittlich gegeben. Da das Profil der Route – je nachdem, in welche Richtung man unterwegs ist–, nicht eben ist, sind mehrere Ladestationen für E-Bikes vorgesehen.

Wettbewerb und Finanzierung: Acht Projekte werden landesweit im Rahmen des Wettbewerbs ausgesucht und gefördert. Die Fördersumme liegt bei höchstens 150 000 Euro, der Eigenanteil der Kommune bei zehn Prozent. Die förderfähigen Ausgaben der eingereichten Projekte müssen grundsätzlich mindestens 75 000 Euro betragen, so die Eckdaten des vom rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministeriums ausgelobten Wettbewerbs.

Stimmen aus dem Rat: Im Rat war man sich fraktionsübergreifend einig, das Projekt mitzutragen. Als „Highlight“ für die Verbandsgemeinde bezeichnete Claudia Laux von der Fraktion Bündnis90/Die Grünen das Projekt. Manuel Follmann (CDU) rechnet mit guten Chancen für das Projekt, erfolgreich beim Landeswettbeweb zu sein. Es sei eine hervorragende Idee, die Kirchen einzubinden. Zudem lobt er die Idee, die Region durch ihre Produkte erlebbar zu machen. Und: „Da sieht man, dass wir in der VG etwas für den Tourismus tun.“

Angelika Brost (SPD) sprach von einem „wunderbaren Konzept“, das eine gute Ergänzung zum bisherigen Tourismuskonzept der VG sei. Manfred Hower (FWG) sagte die Unterstützung seiner Fraktion für das Projekt zu: „Wir würden uns freuen, wenn wir im Wettbewerb erfolgreich sind.“ Rita Wagner (FDP) war erfreut, dass man mit dem Projekt auch eine Brücke schlage zur Landwirtschaft und ihren Produkten und eine Verknüpfung finde von Leib und Seele.

Der Beschluss des Rats, mit dem Projekt am Landeswettbewerb teilzunehmen, fiel einstimmig.

Die Vorgehensweise: In einem ersten Schritt sollen vorhandene Radwege und eine neu auszuschildernde Strecke auf bestehenden Wegen zwischen Himmerod und Klausen verknüpft werden. So soll die Möglichkeit entstehen, die Kirchen mit dem Fahrrad zu erkunden.

In einem weiteren Schritt soll jährlich an einem Sonntag eine Open-Air-Veranstaltung unter dem Motto „Kloster, Kirchen, Wallfahrt und das Fahrrad“ ins Leben gerufen werden. In einem letzten Schritt sollen insbesondere in Himmerod und Klausen die bestehenden Veranstaltungsreihen durch diese neue Verbindung gestärkt und ausgebaut werden.

Bevor diese Schritte getan werden können, muss das Projekt aber erst einmal erfolgreich sein beim Landeswettbewerb. Die Einreichungsfrist endet am 16. November. Bis 11. November haben die Fraktionen Zeit, sich für einen Titel des Projekts zu entscheiden. Zur Debatte stehen unter anderem Pilgerradweg, Klosterwallfahrtsradweg oder Kulturstättenradweg.

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