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"Kirchenmusik ist ein wichtiger Kulturträger"

"Kirchenmusik ist ein wichtiger Kulturträger"

TRABEN-TRARBACH. Die Kirchenmusik leistet nach Auffassung der Landessynode einen wesentlichen Beitrag zur Verkündigung des Evangeliums und ist eine zentrale Aufgabe der evangelischen Kirche. Davon ist auch Kreiskantor Jürgen Rehberg überzeugt: "Die Kirchenmusik ist bei uns in der Region breit gefächert, und sie steht im Dienst der Verkündigung. Zudem ist sie ein wichtiger Kulturträger."

In der Tat ist die Kirchenmusik im evangelischen Kirchenkreis Simmern-Trarbach vielfältig. Es gibt Kirchenchöre, Singkreise, Gospelchöre und Posaunenchöre, die regelmäßig in den Gottesdiensten mitwirken, ebenso bei unterschiedlichen Anlässen auftreten und auch Konzerte mitgestalten oder ausrichten. Weiterhin gibt es die Gruppe "Regenbogen" aus Gemünden, die Musikwerkstatt Kellenbach, die "Sonntag A-Band" in Kastellaun sowie die Band "Menschwärts" des CVJM und das Trio "Marks of Soul", beide in Traben-Trarbach. Nicht zu vergessen die Kleine Hunsrücker Kantorei in Simmern unter Leitung von Kantor Joachim Schreiber sowie die Traben-Trarbacher Kantorei. "Eine beachtliche Bandbreite", wie der Kirchenmusiker findet. Auf der Landessynode wurde angeregt, das Musikspektrum um neue geistliche Lieder, Gospel oder Jazz zu erweitern. "Das geschieht bei uns schon lange", meint dazu Jürgen Rehberg. "Die Popularmusik ist fester Bestandteil des Alltags und hat sich mittlerweile in der Kirche etabliert", erläutert er. Zu Recht, wie er findet: "Warum soll Kirche eine Entwicklung, der ein Großteil der Menschen nicht nur zuspricht, sondern sich mit ihr identifiziert, unter Umständen sogar eine Brücke zu Kirchenfernen schlagen kann, ausgrenzen?" Popularmusik habe zu allen Zeiten auch sakrale Musik beeinflusst. Aber: "Bei all dem soll der überkommene reiche Schatz an Kirchenmusik der vergangenen Jahrhunderte erhalten bleiben und gepflegt werden. Denn dieser Schatz ist zum Teil auch die Wurzel dessen, der wir heute in vielfältiger, immer neu aufgelegter Weise begegnen", so der Kantor. Skeptisch sieht Jürgen Rehberg die von der Landeskirche geforderte Neustrukturierung der Ausbildung für nebenamtliche Organisten. "Im Kirchenkreis sind regionale Kurse kaum möglich, da es zu wenig Interessierte gibt und, wenn sich denn genügend Anwärter finden würden, Dozentenmangel besteht", meint er. "Zwei hauptamtliche Kirchenmusiker im Kirchenkreis könnten den Fächerkatalog nicht abdecken." Zahlreiche Orgeln müssen saniert werden

Darum müsse es auf der Ebene der Landeskirche weiterhin Angebote geben. "Im Kirchenkreis stehen uns derzeit rund 60 nebenamtliche Kräfte, die Sonntag für Sonntag treu ihren Dienst versehen, zur Seite", so Rehberg. Zudem sind etwa 15 weitere Nachwuchs-Organisten in der Ausbildung, die von ihren Gemeinden empfohlen oder von den beiden Hauptamtlichen gezielt angesprochen wurden. Rehberg: "Auf dieser Basis wird das in unserer ländlich geprägten Region wohl auch weiterhin funktionieren." Trotzdem hält es der Kreiskantor für unerlässlich, stets aufs Neue zu werben. "In diesem Jahr ist noch ein Kirchenmusik-Workshop als Einsteiger-Seminar für Menschen, die Freude an Musik in der Gemeinde haben", erläutert er und fügt hinzu: "Darauf bin ich jetzt schon gespannt, aber auch guter Hoffnung." Sorge bereitet dem Kirchenmusiker die Pflege der zahlreichen historischen Orgeln auf dem Hunsrück und an der Mosel. Bei vielen sind kostspielige Sanierungen fällig, Gelder von der Kreis- oder Landeskirche wie auch von der Denkmalpflege gibt es kaum noch. In Zeiten leerer Kassen sind die Kirchengemeinden auf sich selbst gestellt. Dennoch will der Kreiskantor hier nicht resignieren. "Mit etwas Einfallsreichtum lässt sich einiges bewegen", so Rehberg. So würde in einigen Gemeinden über Jahre hinweg für ein solches Projekt gezielt gesammelt, in anderen gibt es Aktionen, Gemeindefeste oder Konzerte, deren Erlös für Orgelrenovierungen bestimmt ist. Rehberg: "Es ist auf jeden Fall wichtig, diese wertvollen Instrumente zu erhalten."