Kirchspiels Stroosefest in Kleinich zieht Tausende Besucher an

Veranstaltung : Klein, gemütlich und ein großer Besuchermagnet

Kirchspiels Stroosefest, das von den Vereinen und Institutionen Kleinichs gemeinsam organisiert wird, hat durch seine Ursprünglichkeit und Atmosphäre  wieder Tausende Besucher angelockt.

Straßenfeste werden manchmal attraktiver, wenn sie nur alle drei Jahre stattfinden. Und wenn dann noch das Wetter mitspielt, so dass die Besucher auf dem eigentlich frischen Hunsrück noch nachts im Hemd mit kurzen Ärmeln feiern können, kann ein Fest nur noch gelingen. So wie bei Kirchspiels Stroosefest, das tausende Menschen nach Kleinich gelockt hat.

Begonnen hat die Reihe vor 27 Jahren, als die Ortsstraße fertiggestellt worden war. „Damals war es ein kleines Fest, heute hat es sich zu einem überregional bekannten Event gemausert“, sagt Ortsbürgermeister Burkhard Born.

Unter den Gästen waren viele Besucher aus der Einheitsgemeinde Morbach. So sind einige Hinzerather direkt nach Kleinich gewandert, andere Besucher aus der EG Morbach sind mit dem Auto zum Archäologiepark Belginum gefahren und sind zu Fuß zum Stroosefest gelaufen. Viele haben das Fest auch als Ziel für eine Radtour genutzt.

„Die Leute haben bis zu einer Stunde angestanden für Reibekuchen“, sagt Born. Tatsächlich ist Kirchspiels Stroosefest eine Veranstaltung, bei der Traditionen groß geschrieben werden. Selbstgebackene Kuchen und Torten, Schwenkbraten, Pellkartoffeln aus der Dämkolonn und Hunsrücker Kartoffelklöße stehen auf den Speisekarten der Stände. „Bei uns gibt es Ebbes aus Kleinich!“, sagt Born mit Anspielung auf die Hunsrücker Eigenmarke „Ebbes von Hei!“ Neun Vereine, Gruppen und Institutionen wie auch die Kinder der Grundschule, die Obstsalat und Kokosnüsse anboten, beteiligten sich am Stroosefest, sagt er. 20 Frauen vom Kleinicher Gesangverein haben etwa 320 Klöße im Gemeindehaus selbst hergestellt. „Wir haben die Klöße aus rohen und gekochten Kartoffeln gemacht, genauso wie früher“, sagt Gisela Helfenstein-Müller. Dazu die Füllung aus Hackfleisch und Lauch – fertig ist die Hunsrücker Spezialität. Der Verkauf laufe über die Gemeinschaft von Gesangverein, Heimatverein und Turnverein, sagt sie. Und: „Das geht alles nur in Gemeinschaft.“ Zur Persönlichkeit und zum Flair trägt auch die aufwendige Dekoration bei. „Die Blumengestecke habe wir am Samstagmorgen selbst gemacht“, sagt Helfenstein-Müller. Hinzu kommen frisch gemangelte Leinentischdecken aus Privatbesitz, teilweise noch mit Monogramm und viele Kerzen, die speziell am Samstagabend nach Einbruch der Dunkelheit für Atmosphäre sorgten.

Die Backstube mit den beiden Backöfen ist überwiegend in Männerhand. „Einmal im Monat backen wir mit mehreren Familien samstags. Das zeigen wir jetzt auch hier auf dem Stroosefest“, sagt Lothar Kerber. Ungefähr 400 Brote verkaufen sie während der zweitägigen Veranstaltung. Zu den kulinarischen Köstlichkeiten und der stimmungsvollen Atmosphäre kommt auch noch die Musik. Das Eröffnungskonzert mit den Tapas Variadas haben 200 Leute besucht. Der Gottesdienst von Pfarrer Stefan Haastert inmitten der Festmeile wurde vom Duo Windwood & Co musikalisch begleitet.  Für Stimmung gesorgt hat an beiden Tagen die Larry Cook Brass Band aus der Nähe von Rotterdam.

„Das Fest ist sehr schön, die Leute sind sehr freundlich“ sagt Marc Remmers. Zwar sei es deutlich kleiner als das Weinfest in Bernkastel-Kues, wo sie mehrfach aufgetreten seien. „Doch wir spielen gerne auf der Straße in Gemeinschaft mit den Leuten“, sagt er.

Schon die Kleinsten machen mit: Die Kinder der Grundschule verkaufen Obstsalat und halbe Kokosnüsse. Foto: Christoph Strouvelle

„Hans-Georg Glessner kommt alle drei Jahre aus dem saarländischen Heusweiler zu Kirchspiels Stroosefest, „weil es mir so gut gefällt“, sagt er. „Es hat eine sehr schöne Atmosphäre mit einer ausgeprägten Gemütlichkeit.“

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