Kisten sind gepackt für den Mega-Umzug

Kostenpflichtiger Inhalt: Aus dem Archiv: Oktober 2019 : Psychiatrie in Wittlich hat Kisten für Mega-Umzug schon gepackt

Aus Wittlich in den 16-Millionen-Neubau nach Bernkastel-Kues heißt es am 28./29. Oktober für die Psychiatrie-Abteilung des Verbundkrankenhauses.

Stationshündin Flori kennt sich im künftigen Zuhause schon aus, die Mitarbeiter hatten ihre Intensiv-Führungen am neuen Arbeitsplatz, die ersten Paletten wurden in dieser Woche von Wittlich nach Bernkastel-Kues transportiert, die ersten Materialschränke sind befüllt – dem größten Umzug in der Geschichte der Krankenhäuser Wittlich und Bernkastel-Kues steht nichts mehr im Wege.

Kommenden Freitag (25. Oktober) wird der Neubau der Psychiatrie am Cusanus-Krankenhaus in Bernkastel-Kues offiziell eröffnet, einen Tag später kann sich die Öffentlichkeit beim Tag der Offenen Tür über die vier Stationen mit 90 Betten (75 stationär, 15 Plätze in der Tagespflege) informieren (siehe Extra). Das ist aber nur der Vorgeschmack für den Umzug von 75 Patienten, rund 80 Mitarbeitern und dem übrigen Material am 28./29. Oktober.

Seit Monaten tüftelt die „Arbeitsgruppe Umzug“ des Verbundkrankenhauses unter Leitung von Irene Baranowsky jedes Detail aus, dicke Ordner wurden angelegt, zudem erhält jeder Mitarbeiter eine Checkliste für seinen Bereich. „Seit 39 Jahren arbeite ich hier, einen solchen Umzug gab es noch nie“, sagt Baranowsky.

Die Belegung der Zimmer steht schon fest, die Patienten reisen in mehreren Gruppen per Bus oder Krankentransport dienstags von Wittlich nach Bernkastel-Kues. Die Patienten der Tagesklinik werden dienstags noch in Wittlich und mittwochs schon am neuen Standort therapiert. „Das Wichtigste ist, dass die Unterbrechung der Betreuung möglichst kurz ist – und das sich die Patienten schnell heimisch fühlen. Die ersten 36 Stunden sind entscheidend für alle Beteiligten“, sagt Baranowsky.

16 Millionen hat der Neubau gekostet, größtenteils vom Land finanziert. Im Januar 2016 erfolgte der Spatenstich, eigentlich sollte die Neueröffnung im Sommer gefeiert werden. Doch ein größerer Wasserschaden bei einem Rohrleitungstest im Februar sorgte für eine Verzögerung. Nun aber wird in Bernkastel-Kues zusammengeführt, was bisher in Wittlich aus Platzmangel in unterschiedlichen Gebäuden beheimatet war: Vier Stationen, Tagesklinik, Arzt- und Behandlungszimmer, Räume für Kunsttherapie, Musiktherapie, ein Therapiegarten, Küchen auf jeder Station und ein großer Multifunktionsraum.

Viel Glas sorgt für viel Licht in den drei Geschossen der beiden winkelförmig angeordneten Gebäudeteile, das architektonische Konzept steht für mehr Offenheit bei allen nötigen Sicherheitsvorkehrungen. Der sogenannte Potsdamer Tisch in beiden Stations-Stockwerken sorgt dafür, dass die Türen zum Treppenhaus grundsätzlich offen sind, denn eine Pflegekraft am Tisch hat alle Patienten im Blick – und spricht diese an, wenn sie die Station verlassen wollen, dies aber nicht dürfen. In Wittlich waren die Stationstüren stets verschlossen, dieses Gefühl des „Weggesperrt-Seins“ will man am neuen Standort vermeiden, dafür gibt es auch große Kommunikationszonen für Patienten, Mitarbeiter und Angehörige in allen Etagen.

Pro Jahr wurden bisher in Wittlich bis zu 1000 Patienten stationär und 1200 ambulant in der Psychiatrie wegen Schizophrenie, Depression, Verhaltensauffälligkeiten bei Demenz, Suchterkrankungen und Persönlichkeitsstörungen behandelt. Weil alles zu klein wurde, entschloss man sich zum Neubau.

Viel Licht sorgt für helle Stationen im Psychiatrie-Neubau. Foto: TV/Axel Kohlhaas

Was mit der derzeitigen Psychiatrie-Station im Wittlicher St. Elisabeth-Krankenhaus passiert, steht noch nicht fest. „Die Räume werden erst einmal auf Vordermann gebracht, dann wird entschieden, was dort hineinkommt, wir haben in vielen Bereichen Raumbedarf“, sagt Pflegedienstleiterin Irene Baranowsky: „Vorrang hat jetzt erstmal der Umzug, und das alles und alle heil in Bernkastel-Kues ankommen.“ Alleine 320 Umzugskartons werden oder wurden gepackt, alle Betäubungsmittel werden in einer Art Tresor nach Bernkastel-Kues befördert. Dazu zählen auch besondere Teile wie die Instrumente der Musiktherapie inklusive eines Xyolphons.

Mehr von Volksfreund