Kitzel für Nerven und Gaumen in 40 Metern Höhe
Traben-Trarbach · Es war die spektakulärste Aktion beim Moselwein-Festival am Wochenende in Traben-Trarbach: 140 Menschen hatten das Vergnügen, 40 Meter hoch über Traben-Trarbach an einem an Seilen hängenden Tisch zu speisen. Dinner in the Sky lockte zudem viele Schaulustige an.
Traben-Trarbach. Es ist schon eine ziemlich verrückte Idee: Man setzt 22 mit Gurten gesicherte Leute an einen ovalen Tisch und zieht Mensch und Material mit einem Kran in die Höhe. Frei schwebend in der Luft servieren Köche und Kellner ein feines Essen und edle Weine. In Weltmetropolen wie Dubai, Hongkong oder Berlin ist eine solche Attraktion seit mehreren Jahren bekannt, am Samstag gehört nun auch das kleine und beschauliche Traben-Trarbach zu den "Locations", wo Feinschmecker beim Dinner in the Sky vom Boden abheben.
Sieben Mal zieht Kranführer Oliver Zillgen, der normalerweise schwere Windräder montiert, den knapp sieben Tonnen schweren Tisch samt Passagieren etwa 40 Meter in die Höhe und lässt sie eine Stunde in der Luft baumeln. Sein Kommentar. "Ich muss vor allem sehr langsam abheben, damit die Weingläser nicht umfallen."
Oben serviert Bernhard Tintemann, Küchenchef vom Traben-Trarbacher Hotel Bellevue, unter anderem Pralinen von Eifeler Ziegenfrischkäse, rosa gebratenen Rücken vom Pommerschen Rind und Tiramisu von Himbeeren und weißer Schokolade. Dazu gibt es passende Rot- und Weißweine.
Die eine oder andere kleine Windböe weht zwar einige Servietten in die Mosel, doch Tisch und Schalensitze hängen ruhig in der Luft.
Jeder, den der TV nach dem "Flug" befragt, meint sinngemäß: "Das war ein fantastisches Erlebnis - völlig ohne Angstgefühle." So auch Josef und Anni Bartzen aus Idenheim bei Bitburg, die zwei Karten beim TV-Danke-Gewinnspiel gewonnen hatten. "Man merkt gar nicht, dass man so hoch über der Erde schwebt. Gutes Essen, guter Wein, ein toller Ausblick auf diese schöne Stadt und die Landschaft - was will man mehr. " Auch Stadtbürgermeisterin Heide Pönnighaus, die mit Ehemann Helmut in die Luft ging, ist hin und weg: "Es war einfach nur wunderbar."
125 Euro pro Karte mussten sie und die anderen 140 Teilnehmer für diesen einzigartigen und extravaganten Spaß zahlen.
Sebastian Bodensteiner, Geschäftsführer der Traben-Trarbacher Event-Agentur Spektralwerk, hat Dinner in the Sky an die Mosel geholt. Rund 10 000 Euro kosten, so Bodensteiner, allein Tisch, Kran, Technik und Personal pro Tag. Dabei ist das Essen nicht mitgerechnet. Bodensteiner: "Ich hoffe, das Ganze geht null auf null auf. Dinner in the Sky sorgt stets für großes Aufsehen. Das nutzt dem Image von Traben-Trarbach. Die Stadt kann so weiter nach oben kommen."
Das Moselwein-Festival hatte noch einiges mehr zu bieten. Mehrere Tausend Schaulustige erlebten am Samstagabend ein Brillant-Feuerwerk. Die Pyrotechniker sorgten für ein lautes, buntes und glitzerndes Spektakel von der Grevenburg und der Moselbrücke. Gestern legte ferner das Neumagener Weinschiff "Stella Noviomagi" an und machte stündliche Rundfahrten. Eine weitere Attraktion: Sechs Amphibienfahrzeuge schipperten über die Mosel und gingen am Ufer des Festplatzes an Land.
Heute machen viele Traben-Trarbacher "blau". Man trifft sich traditionsgemäß ab 11 Uhr zum musikalischen Bürgerfrühschoppen. Mit Musik der RoxxBusters heute Abend ab 20.30 Uhr klingt das Fest aus.
Video (ab 16 Uhr) und Fotostrecke unter
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