Klappe auf, Fahrt beendet

TRIER/BERNKASTEL/WITTLICH. (red) Drei Tage Großfahndung mit mehr als 100 Beamten aus der Region, Belgien, Luxemburg und Frankreich: Mehr als 400 Schwertransporter wurden beim Einsatz von Polizei und Zoll vergangene Woche auf der A 64, (Rastplätze Markusberg und Sauertal), und auf der A 1 (Rastplätze Hetzerath und Rivenich) sowie mobil auf den Bundesstraßen B 51, B 53 und der B 410 kontrolliert.

Täglich werden in Deutschland tausende Tonnen an gefährlichen Gütern und Abfällen im Straßen-, Schienen-, Luft-, See- und Binnenschiffverkehr befördert. Schwere Unglücksfälle in der Vergangenheit haben gezeigt, welches Gefährdungspotenzial vom Transport bestimmter Güter und Sonderabfälle ausgehen kann. Die Sicherheit von Gefahrgut- und Abfalltransporten hängt wesentlich davon ab, inwieweit die einschlägigen Vorschriften eingehalten werden. Daher sind Kontrollen von Gefahrguttransporten durch die verantwortlichen Behörden enorm wichtig. Internationales Team am Straßenrand

Geplant und geleitet wurde der Sondereinsatz vom Gefahrgutkontrolltrupp der Polizeidirektion Wittlich. Rund 50 Beamte, darunter Fachleute der Polizeipräsidien Koblenz, Mainz und Rheinpfalz sowie des Landeskriminalamts Rheinland-Pfalz, kamen gemeinsam mit der Bundespolizei, der Mobilen Kontrollgruppe des Zolls, der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord, dem Landesamt für Umweltschutz und Gewerbeaufsicht, dem Bundesamt für Güterverkehr, der Sonderabfall-Management-Gesellschaft Rheinland-Pfalz und der Finanzkontrolle Schwarzarbeit zum Einsatz. Damit waren rund 100 Experten insgesamt involviert. Neben weiteren mit der Thematik betrauten Vertretern anderer Organisationen und Behörden nahmen auch Mitarbeiter der luxemburgischen, belgischen und französischen Polizei- und Zollbehörden, ein Gefahrgutbeauftragter der Bundeswehr sowie Vertreter der AFOSI (Air Force Office of Special Investigations) der Air Base Spangdahlem an dem Groß-Einsatz teil. Maßgeblich unterstützt wurden die Kontrollen durch den Einsatz eines Polizeihubschraubers der Bereitschaftspolizei. Nicht richtig gesichert oder zu lang am Steuer

Bilanz der drei Tage: 438 Schwerlaster wurden überprüft, wovon wurden 84 beanstandet. Gegen acht Transportunternehmen laufen Ermittlungsverfahren wegen Verstößen gegen abfallrechtliche Vorschriften . In 34 Fällen wurde gegen das Gefahrgutrecht verstoßen sowie in 28 Fällen die zulässigen Lenkzeiten überschritten. Drei so genannte Tanktouristen mussten beim Zoll nachverzollen, da sie zu viel Benzin aus Luxemburg in Kanistern mit sich führten. Vier Fahrern wurde die Weiterfahrt wegen erheblicher technischer Mängel am LKW untersagt. An einem der Fahrzeuge waren zwei Reifen ohne Gummibeschichtung . Die Reifen waren bis auf das blanke Metallgerüst abgefahren. Auch einem Gefahrgutfahrzeug aus Luxemburg wurde wegen technischer Sicherheitsmängel die Weiterfahrt untersagt. Erst nachdem Nachbesserungen durch eine angeforderte Firma mit Werkstattwagen vorgenommen waren, durfte der mit 20 000 Litern Dieselkraftstoff beladene Tankwagen Stunden später die Fahrt fortsetzen. 34 Lastkraftwagenfahrern wurde die Weiterfahrt wegen mangelhafter Ladungssicherung untersagt. Bei sechs dieser Fahrzeuge musste eine Spezialfirma mit Kran vor Ort die Ladung neu verladen - auf Kosten der Transportunternehmen. Sieben Anzeigen wurden wegen des Verdachts der illegalen Beschäftigung ( Schwarzarbeit ) vorgelegt. Insgesamt 23 Fahrer waren zu schnell unterwegs. 18 Fahrer missachteten die Gurtanlegepflicht und wurden direkt vor Ort verwarnt. Ein Fahrzeugführer war nicht im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis . Für zwei weitere Fahrer war die Fahrt ebenfalls am Kontrollort beendet: Einer hatte Drogen konsumiert, ein anderer war alkoholisiert unterwegs. Die ernüchternde Bilanz der dreitägigen Aktion belegt: Kontrolle tut weiterhin Not.