Klare Mehrheit für BKS-Schild

Über drei Viertel der Einwohner der Stadt Bernkastel-Kues wünschen sich das alte BKS-Fahrzeug-Kennzeichen zurück. Das hat eine Befragung der Hochschule Heilbronn ergeben. Befragt wurden auch Bürger aus dem Altkreis Bernkastel-Kues. Dort sind 52 Prozent für das BKS-Schild.

Bernkastel-Kues. Zwei Studentinnen der Hochschule Heilbronn haben am 6. Oktober in der Stadt Bernkastel-Kues Bürger befragt, ob sie das alte BKS-Nummernschild wieder zurückhaben wollen. Dabei haben sie unterschieden zwischen Einwohnern der Stadt und des Altkreises Bernkastel-Kues. Insgesamt wurden 237 Personen befragt, davon wohnen 148 in der Stadt und 89 im Altkreis Bernkastel-Kues.
Das Ergebnis liegt jetzt vor: Für die Stadt ist es eindeutig: 76,4 Prozent der 148 Befragten antworteten mit Ja, 10,6 Prozent mit Nein, und 13 Prozent hatten keine Meinung. Im Altkreis Bernkastel-Kues sind 52,8 Prozent der 89 Befragten für das alte BKS-Nummernschild, 21,3 Prozent dagegen und 25,7 Prozent hatten keine Meinung. Die Stadt-Einwohner wurden zusätzlich nach ihrem Alter gefragt. Bei der Altersgruppe 61 Jahre und älter fällt das Ergebnis am deutlichsten aus. 89,8 Prozent sind für das alte BKS-Kennzeichen, nur 6,1 Prozent wollen das mit der Kreisreform im Jahr 1970 eingeführte WIL-Kennzeichen behalten.
Von den 31- bis 45-Jährigen sind 64,5 Prozent pro BKS, allerdings auch nur 9,7 Prozent dagegen, während 25,8 Prozent keine Meinung haben. Bei den 16- bis 30-Jährigen liegt die Zustimmung für das BKS-Kennzeichen bei 72 Prozent und bei den 46- bis 60-Jährigen bei 76,9 Prozent.
Stadtbürgermeister Wolfgang Port bewertet das Ergebnis als klares Bekenntnis für das alte Kennzeichen und als Aufforderung, politisch aktiv zu werden. Port will nun mit Kommunen im Land Kontakt aufnehmen, wo es ebenfalls große Mehrheiten für ehemalige Kennzeichen gibt. Gemeinsam könne man dann beim Land vorstellig werden. Positiv überrascht zeigt sich Port von dem Votum der jungen Bürger. Nur zwölf Prozent der 16- bis 30-Jährigen haben sich gegen das BKS-Schild ausgesprochen. Port: "Das zeigt, dass viele junge Menschen nach regionaler Identität suchen." In der Bewertung der Hochschule Heilbronn heißt es: "Bernkastel-Kues hat die Chance, mit dem BKS eine erhöhte Wahrnehmung zu erhalten, die ganz offensichtlich auch von den eigenen Bürgern unterstützt wird."Meinung

Wer\\'s haben will, soll\\'s haben
Was spricht gegen die Wiedereinführung des Kennzeichens BKS ? Nichts. Zahlen muss nur der, der es will. Was spricht dafür ? Vieles. Die Bürger wollen es, und es gibt keinen Grund, ihnen diesen Wunsch zu verweigern. Sie bekämen ein kleines Stück Heimat zurück. Der hoch verschuldete Kreis könnte sogar noch ein gutes Geschäft machen, denn ein Fahrzeug ummelden kostet Gebühren. Wohlgemerkt: Es ist freiwillig. Wer\'s haben will, soll\'s haben. w.simon@volksfreund.deExtra

Die "Heilbronner Initiative Kennzeichenliberalisierung" widmet sich den Möglichkeiten, auslaufende KFZ-Kennzeichen wieder einzuführen. Um herauszufinden, wie die Bevölkerung zu dieser Idee steht, wurden dazu mehr als 30 000 Personen in 144 deutschen Städten im Rahmen eines Projekts des Studiengangs Tourismusmanagement an der Hochschule Heilbronn befragt. Die Ergebnisse liegen vor. Die große Mehrheit von 73 Prozent der Befragten äußert den Wunsch zur Rückkehr zu ihrem Altkennzeichen, zwölf Prozent sprechen sich für die Beibehaltung der aktuellen Situation aus. Am 6. April und am 6. Oktober 2011 hat sich die Verkehrsministerkonferenz zugunsten einer Wiedereinführung von Altkennzeichen ausgesprochen. Es wird derzeit eine Bundesratsinitiative vorbereitet, um die Fahrzeugzulassungsverordnung zu ändern. sim