"Klassenziel erreicht"

LONGKAMP. Die Gemeinde konzentriert sich weiterhin auf ihre positive Entwicklung. Insbesondere im Bereich des Straßenausbaus zeichnete sich Longkamp durch immense Investitionen in den vergangenen Jahren aus.

10 000 Euro sind in diesem Jahr allein der Orts- und Regionalplanung vorbehalten. Mit diesem Betrag, der mit 7600 Euro bezuschusst werden soll, will Longkamp das begonnene Dorferneuerungskonzept fortschreiben. Für Ortsbürgermeister Hans Herrmann sind die Ziele, denen sich die Gemeinden stellen müssten, rasch umrissen: "Familienfreundliches Wohnen, eine zukunftstaugliche Infrastruktur und die Belebung der alten Ortskerne." Der demografische Wandel zähle zu den großen Herausforderungen der Kommunen. Daher wolle die Gemeinde sich mit dem bisher auf dem Gebiet der Dorferneuerung Erreichten nicht einfach so zufrieden geben. Überschuss von 21 300 Euro erwartet

Im Vermögenshaushalt - mit einem Volumen von 343 100 Euro - steckt aber noch mehr. So sollen 15 000 Euro in die Sanierung und den Brandschutz des örtlichen Kindergartens fließen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 50 000 Euro. Ebenso steht ein Betrag von 25 000 Euro für den An- und Umbau der Gemeindehalle bereit. Die Realisierung dieses Projektes ist bisher an einer immer noch ausstehenden Förderzusage gescheitert. Außerdem soll die Gemeindestraße "Auf Hambuch" erneuert werden, die sich laut Herrmann in einem "äußerst schlechten Zustand" befindet. Die für rund 60 000 Euro vorgesehene Instandsetzung von Wirtschaftswegen wird voraussichtlich im Zuge der Unternehmensflurbereinigung erfolgen. Eine Aufnahme von Krediten ist 2007 nicht geplant. Denn Longkamp startet nicht nur ausgeglichen ins neue Haushaltsjahr, sondern sogar mit einem erwarteten Überschuss von 21 300 Euro. Angesichts eines Verwaltungshaushalts mit Einnahmen und Ausgaben von jeweils 884 350 Euro eine beachtliche Leistung. Zumal auch sämtliche Alt-Defizite ausgeglichen werden können. "Damit hat die Gemeinde wieder das Klassenziel erreicht", freut sich Herrmann. Ermöglichen sollen dieses Kunststück diverse, im Vergleich zu 2006 kräftiger sprudelnden, Einnahmequellen. So werden allein an Schlüsselzuweisungen des Landes 63 000 Euro mehr erwartet. Hinzu kommen Verbesserungen bei Gewerbesteuer und Einkommensteuer von 40 000 Euro beziehungsweise 26 300 Euro. Zusammen mit kleineren Zuwächsen dürfte Longkamp unterm Strich fast 140 000 Euro mehr einnehmen. Doch übermütig wird die Gemeinde deshalb kaum. Denn mit den Einnahmen steigen ja auch die Umlagen. So wird der Ort trotz der 3,9-Prozent-Senkung der Verbandsgemeinde um 63 000 Euro mehr zur Kasse gebeten. Longkamps langfristige Schulden belaufen sich aktuell auf 168 000 Euro. Pro Kopf sind das etwa 140 Euro bei einem Landesschnitt vergleichbarer Gemeinden von 370 Euro. Über Rücklagen verfügt die Gemeinde zwar nicht, doch dafür kann sie laut Herrmann mit anderen Pfunden wuchern: "Unsere Rücklagen sind Baugrundstücke im Wert von einer halben Million Euro." Dass Longkamp binnen Jahresfrist 30 Bürger mehr zählt - in der VG der größte Zuwachs - scheint diesen Weg zu bestätigen. Sorgen um den Wald

Einziges Sorgenkind ist derzeit der Wald. Der Windbruch des Orkans Kyrill hat mit zirka 4500 Festmetern Holz mehr als das Doppelte des für 2007 geplanten Einschlags gefällt. "Wir können nur hoffen, dass der Holzpreis stabil bleibt", so Herrmann. Auf die Bürger kommen 2007 aber dennoch keine höheren Steuerhebesätze zu. Lediglich die Friedhofsgebühren werden wegen gestiegener Kosten geringfügig angepasst.