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Klassiker aus der Zeltinger Sonnenuhr

Klassiker aus der Zeltinger Sonnenuhr

Mit zwei Hektar hat Markus Molitor vor gut 30 Jahren angefangen - mittlerweile sind es 70. Doch Massenproduktion liegt ihm fern. Sonst wäre auch ein Platz mitten unter den deutschen Topwinzern nicht möglich.

Wehlen. Das passte - auch ohne Absprache. Vergangene Woche hat das Leseteam von Markus Molitor die letzten Trauben des Jahrgangs 2015 gelesen. Nur Trauben für Eiswein hängen noch. Ein paar Tage später, am Dienstag, hat der Winzer mal wieder eine Auszeichnung in Empfang genommen. Der 52-Jährige ist im Eichelmann 2016, neben dem Gault Millau Wein Guide der zweite wichtige Weinführer im Land, einer von sechs Preisträgern.
Mit fünf von fünf möglichen Sternen gehört er für den Autor seit Jahren sowieso schon zur Spitze der deutschen Weinszene. In diesem Jahr ehrt ihn Gerhard Eichelmann in der Kategorie "Klassiker". Ausgezeichnet wurde eine trockene Drei-Sterne-Auslese aus der Zeltinger Sonnenuhr, die als "Große Lage" geadelt wird.
In der Laudatio heißt es dazu: "Unser Klassiker ist nicht zwangsläufig der am höchsten bewertete Weine des Jahrgangs. Bei der Auszeichnung ist es uns vielmehr wichtig, dass der Wein konstant hohes Niveau über mindestens ein Jahrzehnt zeigt und ein herausragender Vertreter für seine Region ist. Darüber hinaus sollte er in nennenswerten Mengen erzeugt werden."
Der aktuelle Wein aus dieser Reihe ist mit 95 von 100 möglichen Punkten bewertet. Trockene Weine erhalten nur selten eine solch hohe Wertung.
Molitors Reaktion auf die Auszeichnung zielt in erster Linie auf die Lage ab, in der er mehrere Hektar Rebfläche besitzt. "Wenn eine Lage ausgezeichnet wird, ist das eine Riesenanerkennung", sagt er. Und: "Es ist eine Ehre, ausgezeichnet zu werden."
Dabei sei der 2014er wegen der Wetterkapriolen im Herbst ein "nicht so einfacher Jahrgang gewesen". Ganz im Gegensatz zu 2015, wo seine Leute 37 Tage im Ernteeinsatz waren. "Dieses Jahr war perfekt", sagt er und spricht von einer "traumhaften Ernte".
Markus Molitor gehört mit seinem Weingut Klosterberg zu den richtig großen Winzern im Land. Er bewirtschaftet 70 Hektar in vielen Toplagen - nicht nur an der Mittelmosel, sondern auch an der Saar. Als er den Betrieb 1984 übernahm, war die Fläche gerade einmal zwei Hektar groß. Die Jahresproduktion liegt bei 250 000 bis 300 000 Flaschen. Mit 92 Prozent dominiert der Riesling. cb