Klassische Musik statt Hupkonzert

Sein vielfältiges Repertoire hat der Musikverein Lüxem zur Kirmes-Eröffnung zusammen mit den Solistinnen Tina Veit und Anne Leidinger gezeigt. 300 Zuhörer kamen zum Open-Air-Konzert.

Wittlich-Lüxem. Nicht mit lautem Hupkonzert, sondern mit klassischer Musik wurde am Freitagabend der Halbfinaleinzug der deutschen Nationalmannschaft in Lüxem gefeiert.
Zeitlose Stücke


Dass trotz des Sportereignisses (das Deutschlandspiel endete etwa eine halbe Stunde vor Konzert-Beginn) und des wechselhaften Wetters mit 300 Zuschauern fast alle Stühle besetzt waren, freute nicht nur den Vereinsvorsitzenden Joachim Schiffer.
"Wegen des Fußballspiels war es heute etwas schwierig. Auch für die Musiker, sich zu konzentrieren", sagte Dirigent Stefan Bach.
Doch das Umschalten von Sport schauen und Musik machen funktionierte. Man habe klassische als zeitlose Musik interpretiert, erklärte Barth zur Auswahl der Stücke. Das garantierte den rund 300 Zuhörern ein abwechslungsreiches Konzert mit einer stimmungsmäßigen Steigerung zum Schluss.
So wurde auch Karin Bingler nicht enttäuscht, als sie in der Pause sagte: "Ich hoffe, dass es in der zweiten Hälfte noch flotter wird."
Die 56-Jährige aus Wittlich war aber schon von der ersten Hälfte des Konzerts, als Sopranistin Tina Veit beispielsweise "Song to the moon" aus Antonín Dvoøák Oper Rusalka sang und der Interpretation des Kaiser-Walzers von Johann Strauss junior durch das Musikvereins-Orchester, angetan.
Die Stücke, die Anne Leidinger im zweiten Teil sang, waren dem Publikum vertrauter. Ob Filmmusik von Barbara Streisand ("A Star is born", "Papa, Can You Hear Me?", "The Way We Were") oder "Over the Rainbow", Leidinger interpretierte alles sehr leidenschaftlich und mitreißend. Höhepunkt war "Gabriella\'s Song" mit dem Duett von Veit und Leidinger.
Der Marsch der belgischen Fallschirmjäger zum Abschluss konnte mit diesem emotionsreichen Stück aber dank des Feuerwerks, das gleichzeitig gezündet wurde, mithalten.
Besondere Atmosphäre


Egal, welche Epoche und Stilrichtung, der Musikverein Lüxem konnte die Zuhörer in seinen Bann ziehen. Zudem bewiesen die Lüxemer Mut. "Wir haben sehr viel Freude an dem Stück, aber es ist immer wieder eine Herausforderung", sagte Barth beispielsweise zu "Arcus - A Daydream" des jungen Komponisten Thiemo Kraas.
"Ich komme aus Koblenz. Da gibt es so etwas nicht", lobte die 18-jährige Annika Spyra die Klassik-im-Dorf-Idee des Musikvereins Lüxem. Die Atmosphäre unter freiem Himmel sei schon etwas besonders. Dass es während des Konzerts trocken blieb, haben die Lüxemer verdient. teu