Klaus Hepp hat das  Wintersportzentrum am Erbeskopf, aber auch den Hunsrück in starkem Maße mitgeprägt. Er wird am Samstag 70 Jahre alt.

Menschen : Heiße Wüste, kühler Erbeskopf und eine unantastbare Größe

Klaus Hepp hat das  Wintersportzentrum am Erbeskopf, aber auch den Hunsrück in starkem Maße mitgeprägt. Anlässlich seines 70. Geburtstages am Samstag blickt er auf bewegte Jahrzehnte zurück und spricht auch über die Zukunft des Erbeskopfes und der Verbandsgemeinde Thalfang.

Es gibt so manche ungewöhnliche Biografie. Klaus Hepp hat so eine. Der Mann, der einen bedeutenden Teil seines Berufslebens und darüber hinaus auf dem winterlichen Erbeskopf verbracht hat, hat mehrere Jahre in Libyen gelebt – als Mitarbeiter einer Hoch- und Tiefbaufirma. Ursache für diese für einen gelernten Verwaltungsmitarbeiter ungewöhnlichen beruflichen Station war übrigens eine Verwaltungsreform. Im früheren Amt Mülheim hatte der gebürtige Moselaner zunächst seine Ausbildung gemacht. Danach und nach 18 Monaten Bundesgrenzschutz ging es für ihn zunächst mehrere Jahre nach Nordafrika, weil er nicht genau wusste, wie die beruflichen Aussichten nach der Reform aussehen würden.

Aus Libyen zog es ihn dann nicht zurück an die Mosel, sondern ins Thalfanger Rathaus. Dort war er zunächst für Wasser und Abwasser zuständig. In seiner weiteren Laufbahn hat er allerdings kaum ein Gebiet der öffentlichen Verwaltung ausgelassen: Schulen, Kultur, Wirtschaftsförderung und Tourismus – außer dem Amt des Rathaus-Chefs, und das auch nur knapp. Denn gleich zweimal hat er in seiner Heimat-VG Rhaunen– gemeinsam mit Ehefrau Marianne lebt er in Horbruch – für das Amt des Verbandsgemeindebürgermeisters kandidiert, allerdings vergeblich. Klaus Hepp ist am und rund um den Erbeskopf bekannt wie ein bunter Hund. Schließlich ist er seit mehr als 20 Jahren für den dortigen Wintersportbetrieb zuständig.

Was viele nicht wissen: Er ist auch jenseits der Kreisgrenze sehr aktiv und will es offenbar auch bleiben. Im Heimatort seiner Frau, wo er mit ihr einen landwirtschaftlichen Betrieb führt, engagiert er sich seit 30 Jahren als Ortsbürgermeister. Dort ist er erneut angetreten und im Mai erneut gewählt worden. Politisch mitreden und mitstreiten – das macht er als CDU-Fraktionsvorsitzender auch in der Verbandsgemeinde Rhaunen, seit 1996 und zumindest bis zum 31. Dezember dieses Jahres. Denn zum 1. Januar tritt die beschlossene Fusion zur VG Herrstein-Rhaunen in Kraft. Und danach werden die Karten in den Gremien neu gemischt. Auch in den Kreistag ist der Christdemokrat erneut gewählt worden. In Horbruch wurde die Fusion durchaus skeptisch gesehen. Den Ortsgemeinderat zog es dann eher in die VG Bernkastel-Kues über die Kreisgrenze. Ein Viertel der Gemeinde Horbruch liege ohnehin im Gebiet des Kreis Bernkastel-Wittlich Doch da spielte der Kreis Birkenfeld nicht mit.

Hat Hepp schon mal daran gedacht, kürzerzutreten? Immerhin, vor fünf Jahren ist er vom Rathaus Thalfang in den Ruhestand verabschiedet worden, auch wenn er noch immer Betriebsleiter des Wintersportzentrums ist. Und auf dem gemeinsamen Hof wurde die Milchviehhaltung abgeschafft. Ansonsten gebe es gute Gründe, weiterzumachen. Zum Beispiel als Dorf-Chef. Natürlich gebe es auch mal Ärger, aber meistens mache ihm die Aufgabe noch Spaß. Denn schließlich sei das 350-Einwohner-Dorf derzeit Schwerpunktgemeinde. Das bedeutet, dass es für Projekte der Dorferneuerung hohe Fördermittel gibt. Und in der fusionierten Verbandsgemeinde Herrstein-Rhaunen werden ab Januar wichtige Weichen gestellt.

Auch an der Politik im Kreis Bernkastel-Wittlich ist der Jubilar sehr interessiert. Die Reform rund um die VG Thalfang dauert ihm schon „viel zu lange“. Die Tatsache, dass Marc Hüllenkremer als VG-Bürgermeister in den Ruhestand versetzt wurde, sieht er als „gute Chance“. Wenn die Thalfanger in der konstituierenden Sitzung am 15. August „keine Neuwahlen beschließen“, könne ein externer Beauftragter der Kreisverwaltung die Fusion mit Morbach „stringent durchsetzen“.

Hepp sieht dabei auch Vorteile für die Einheitsgemeinde. Dort würde man nicht nur die Schulden der VG Thalfang und der Ortsgemeinden erben, sondern man erhalte im Gegenzug auch „Vermögen und ansehnliche Dörfer“ – und eine „unantastbare Größe“. Bleibe Morbach allein, werde die Kommune bei der nächsten Reform „ruckzuck gefressen“.

Chef des Wintersportzentrums mit drei Pisten und fünf Schneekanonen ist der Vater dreier Kinder nach wie vor und möchte es auch noch bleiben. „Ohne Klaus Hepp und seine Klasse-Mannschaft, die er mit formiert hat, wäre der Erbeskopf mit dem Wintersportzentrum nicht das, was er heute ist“, sagt Burkhard Graul, Beigeordneter der Verbandsgemeinde Thalfang. „Wir sind froh, dass wir ihn haben und hoffen, dass wir ihn noch lange haben.“ Vor allem wegen der gestiegenen Durchschnittstemperaturen heutzutage wünscht Hepp sich Schneeerzeuger, die bei höheren Temperaturen auch noch wirtschaftlich Schnee produzieren.

Trotz des Klimawandels rechnet der Wintersport-Fachmann damit, dass bis 2050 am Erbeskopf Wintersport möglich sei. Danach müsse man weitersehen. In jedem Fall wünscht er sich nach wie vor einen Sessellift, der ganzjährig läuft und auch Kabinen für Behinderte transportiert.

Absolute Barrierefreiheit wäre nämlich aus seiner Sicht ein „echtes Alleinstellungsmerkmal für den Erbeskopf“. Und finanziell aus seiner Sicht durchaus möglich, wenn die Leader-Töpfe der Nachbarkommunen einmal komplett dafür genutzt werden könnten.

Der Erbeskopf spielt eine wichtige Rolle in Hepps Leben. Aber er ist nicht sein Ein und Alles. Woran sein Herz besonders hängt, merkt man allerdings dann, wenn man ihn nach den schönsten Momenten im Berufsleben fragt. Richtig ins Schwärmen gerät er, wenn er vom Pflügen im Morgennebel „in aller Herrgottsfrühe“ erzählt. Klaus Hepp feiert am Samstag, 3. August, seinen 70. Geburtstag.

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