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Klausen: Ausstellung zeigt alte Computer - 28. bis 29. Januar

Zeitreise : Zurück zum C64: In Klausen gibt es Computergeschichte zum Anfassen und Ausprobieren

Früher konnten Computer einen halben Raum ausfüllen, heute passen sie in eine Tasche: Wie rasend schnell die Entwicklung ging, zeigt Ende Januar eine Ausstellung in Klausen. Rund 40 Rechner vom „Commodore VC 20“ bis zum „Apple G5“ können Besucher dort ausprobieren.

Viele erinnern sich noch gerne an die Zeiten des „Commodore 64“, mit dem sie ihre ersten Erfahrungen mit Computern und Spielen gemacht haben. Und dabei geraten sie durchaus ins Schwärmen. In Klausen kann man sich am 28. und 29. Januar noch einmal in diese Zeit zurückversetzen. Denn der „Verein zum Erhalt klassischer Computer“ mit Sitz in Stuttgart stellt in der Eberhardsklause aus. Dies ist vor allem Vereinsmitglied Jochen Emmes zu verdanken; er kommt aus dem Wallfahrtsort. Seit neun Jahren ist er dabei. „Ich habe schon früher als Kind gerne Computerspiele gemacht und es macht mir bis heute Spaß. Pac Man, Invaders oder Lode Runner waren damals die Dinge, die ich ausprobiert habe.“ Weiter erzählt er: „Bevor ich meinen eigenen Rechner hatte, habe ich ab und zu am Bahnhof in Trier ein Spiel gespielt, aber das kostete eine Mark, das Taschengeld war knapp und die Zeit viel zu kurz.“

Jochen Emmes und sein Faible für alte Computer

Bis er seinen ersten eigenen Computer bekam, dauerte es noch eine Weile, aber er konnte in der Schule in den Informatikraum, nachdem er den „Computerführerschein“ gemacht hatte. Bei „Jugend forscht“ war er mit Computerthemen dabei und beruflich arbeitete er viele Jahre in diesem Bereich. Seine alten Rechner hat er im Laufe der Zeit immer aufbewahrt, statt sie in den Elektroschrott zu geben, und andere hat er vor dem Verschrotten bewahrt. „Heute sind die älteren Modelle wieder hoch im Kurs“, berichtet er. In Wittlich hatte er bereits vor einigen Jahren eine eigene Ausstellung mit 50 Computern. Nach Klausen kommen jetzt zehn der Vereinsmitglieder aus dem südwestdeutschen Raum und es werden rund 40 Rechner gezeigt. „Wir sind durch die Anzahl der Tische begrenzt und mehr als zwei Rechner können nicht auf einem Tisch stehen“, sagt er.

Die ausgestellten Computer sind benutzbar und man kann sie ausprobieren. „Gerade bei den Spielen wird die Entwicklung in diesem Bereich deutlich. Der C64 hatte beispielsweise eine viel bessere Grafik als der VC20. Bei den Textverarbeitungs-Programmen kommt das nicht so klar raus“, weiß der Experte. Von den drei Computeranbietern der Anfangsjahre – Apple, IBM und Tandy Corporation – gibt es heute nur noch Apple. „Der erste Rechner mit Maus und Fensteroberfläche mit dem Namen ‚Lisa‘ war ebenfalls von Apple, aber sehr teuer und deshalb hat er sich nicht durchgesetzt. In Sammlerkreisen ist er sehr begehrt“, so Jochen Emmes.

Rasend schnelle Entwicklung in der Computerwelt

Spannend findet er die Preis-, Leistungs- und Größenentwicklung der Computer und nennt ein Beispiel: „Ein Lochkartencomputer aus den 70er Jahren, ein IBM System 3 mit einer Leistung von 16 KB Kernspeicher und zwei Magnetplatten mit 5 MB, die eine Baufirma aus Trier für ihre Lager- und Lohnbuchhaltung genutzt hat, kostete nach mehreren Leasingjahren noch 250.000 Euro und nahm einen halben Raum an Platz ein. Drei Firmen haben sich die Kosten geteilt. Heute klemmt man sich einen Rechner mit dieser Leistung unter den Arm.“

Die Zukunft sieht Emmes in einem Ausbau der mobilen Daten und einer erweiterten Form der klappbaren Handys, die mehrfach gefaltet werden und dann als Tablet oder Rechner für die Arbeit genutzt werden könnten. Zudem sieht er in der Künstlichen Intelligenz eine Chance, beispielsweise für die Lehre in den Schulen. Er selbst hat zu Hause nicht die neuesten Rechner. „Das brauche ich nicht. Ich beschäftige mich gerne mit den alten Rechnern, gehe aber auch gerne tauchen oder fahre Rad.“

Die Ausstellung ist am Samstag, 28. Januar, von 10 bis 18 Uhr und am Sonntag, 29. Januar, von 10 bis 16 Uhr in der Eberhardsklause, Eberhardsstraße 3, in Klausen.