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Klausener Ehepaar stellt Kochkäse für das Brotbackfest im Ortsteil Krames her

Nahrungsmittel : Kochkäse – ein würziger Brotaufstrich mit Tradition in der Region Trier

Regionale Kulinarik wird in Klausen gelebt. Einmal im Jahr wird das Brotbackfest im Ortsteil Krames von der örtlichen Feuerwehr ausgerichtet. Die Brote werden – je nach Wunsch – nicht nur mit Blut- und Leberwurst oder Griebenschmalz bestrichen, sondern auch mit Kochkäse, den ein Klausener Ehepaar herstellt.

Im Herzen der Moseleifel liegt Klausen, der überregional als Wallfahrtsort bekannt ist. Seit fast 600 Jahren pilgern Menschen hierher zur heiligen Maria. Da klassische Pilgerfahrten nicht für jedermann sind, wurde vor zehn Jahren ein Kultur- und Unterhaltungsprogramm ins Leben gerufen, das komplett ehrenamtlich organisiert wird.

Zudem wird in Klausen regionale Kulinarik gelebt. Einmal im Jahr wird das Brotbackfest im Ortsteil Krames von der örtlichen Feuerwehr ausgerichtet. Wein-und Dorffeste gibt es in der Region zur Genüge, aber das Brotbackfest ist etwas Besonderes. Auf dem Platz in Krames, wo das Fest jährlich Anfang September stattfindet, musste 1986 ein Wohnhaus dem Straßenbau weichen. Der Backofen jedoch blieb und wurde zum Brotbacken wiederhergerichtet. Seitdem werden hier jährlich Brote gebacken und auf Wunsch mit Blut- und Leberwurst, Griebenschmalz, Hausmacher, Schmand oder Kochkäse belegt. Dazu gibt es heimischen Viez oder Bier aus der Region.

Klausener Ehepaar stellt Kochkäse für das Brotbackfest im Ortsteil Krames her
Foto: TV/Vanessa Brockmüller

Elfriede und Rolf Thiemann leben seit 1976  in ihrem Haus in Klausen. Die gelernte Verkäuferin Thiemann, die nie in ihrem Ausbildungsberuf tätig war, hat ihr Hobby, das Kochen, zum Beruf gemacht. „Kochen mit regionalen Zutaten und für große Gruppen ist meine Leidenschaft“, erzählt die 65-Jährige, die 17 Jahre in einer Großküche in Wittlich gearbeitet hat, stolz und fügt hinzu: „Daher war es für mich eine Selbstverständlichkeit, als vor 15 Jahren die bisherige Klausnerin, die den Kochkäse für das Brotbackfest zubereitete, ausfiel, einzuspringen. Seitdem koche ich mit Unterstützung von meinem Mann Rolf Kochkäse.“ „In diesem Jahr haben wir fünf Kilogramm Limburger Käse verarbeitet, aber im kommenden Jahr müssen wir mehr einkalkulieren“, ergänzt Rolf Thiemann. „Gerade junge Leute sind neugierig auf die regionalen Gerichte, kennen die Rezepte nicht und fragen nach. Daher habe ich in diesem Jahr bereits mehrmals das Kochkäse-Rezept aufgeschrieben“, erklärt Elfriede Thiemann.

Damit der Kochkäse nach der Zubereitung nicht streng riecht oder schmeckt, verarbeitet Elfriede Thiemann den Limburger sofort, denn gereifter Käse schmeckt immer intensiver. Zudem entfernt ihr Mann Rolf oberflächlich die orange-rote Käserinde des klassischen Limburgers vor der Verarbeitung. „Da ich selbst gar keinen Kochkäse esse, muss mein Mann immer abschmecken“, fügt Elfriede Thiemann hinzu. Der Kochkäse hält sich im Kühlschrank mindestens eine Woche.

Kochkäse ist ein Brotaufstrich, der bereits seit den 1950er Jahren in der Region existiert. Deftig belegte Brote haben die Menschen in dieser Zeit häufig zum Frühstück gegessen, bevor sie körperlich anstrengende Feldarbeit verrichteten oder klassisch nach getaner Arbeit als Abendbrot. Der Kochkäse schmeckt besonders gut zu Brot, in dem ein hoher Roggenanteil enthalten ist. Dies unterstreicht das Würzige des Käses. Zum Frühstücksbrot mit Kochkäse passt hervorragend ein kräftiger Pott Kaffee oder zum Abend ein herbes gekühltes Bier aus der Region.