Klausens Kindergarten wächst

Die Bauarbeiten an der Einrichtung im Wallfahrtsort sind in vollem Gang. Jetzt gibt es eine unangenehme Überraschung.

Klausen Das Flachdach des Klausener Kindergartengebäudes muss neu gemacht werden, und der Betrag um den es geht, ist kein kleiner. Ortsbürgermeister Alois Meyer sagte in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats: "Mit einer Summe zwischen 80 000 bis 100 000 Euro müssen wir rechnen, aber es gibt keine Alternative."
Das bestätigt der Beigeordnete Eric Schmitt. "Wenn wir das jetzt nicht machen, fällt es uns in den nächsten Jahren auf die Füße. Zumal die Baustelle eingerichtet ist, und es in einem mit den Bauarbeiten am Neubau einhergehen kann."

Gegen einen Einwurf eines Gemeinderatsmitglieds, ob es nicht sinnvoller wäre, Alternativen zum Flachdach zu prüfen, gab es verschiedene Einwände. Zum einen den Zeitplan, der nicht eingehalten werden könnte, die Bauweise des Altbaus und die Kosten, die dann noch höher ausfallen würden.
Der Rat beschloss nach der Diskussion einstimmig, ein neues Flachdach auf den Altbau des Kindergartens bauen zu lassen. Ob die geplante Gesamtinvestitionssumme von 1,4 Millionen durch das Dach überschritten wird, ist noch nicht klar, denn das Ausschreibungsergebnis war günstiger als die Kostenschätzung. "Wir rechnen derzeit nicht mit erheblichen Mehrkosten", sagt Ortschef Meyer.

Nicht eingehalten werden kann hingegen der Zeitplan. Wegen des schlechten Wetters im vergangenen Winter wird der Anbau erst im November oder Dezember statt wie geplant nach den Sommerferien fertiggestellt sein.
Der Erweiterungsbau ist nötig, denn der Ort ist in den vergangenen Jahrzehnten stetig gewachsen. Es gibt weiteren Bedarf an Ganztagsplätzen und Betreuungsmöglichkeiten für Kinder unter drei Jahren. Aktuell sind 45 der 60 Plätze Ganztagsplätze, wenn der Anbau fertig ist, können insgesamt 80 Kinder aufgenommen werden. Zwei neue Gruppenräume, ein Schlafraum, weitere Toiletten und Personalräume kommen dazu. Im Altbau wird unter anderem eine komplett neue Küche montiert. Sie kostet rund 50 000 Euro.

Eine weitere Änderung wird es konzeptionell geben: Die Gruppe von Kindern, die derzeit regelmäßig in den Wald geht, wird nach der Erteilung der Betriebserlaubnis für den neuen Kindergarten eine feste Gruppe werden. "Die Waldgruppe soll Kern des neuen Profils des Kindergartens werden", erklärt Meyer.
Zuschüsse gibt es für das Bauprojekt am Kindergarten vom Kreis und vom Land in Höhe von rund 400 000 Euro. Eine knappe Million muss die Gemeinde selbst aufbringen.

Dazu Alois Meyer: "Wir sind uns unserer Verantwortung für unsere Kinder und Eltern bewusst. Ärgerlich ist die Tatsache, dass die Ortsgemeinde, die dazu eigentlich nicht die finanziellen Ressourcen hat, den Großteil der Investition alleine stemmen muss."Extra: ORTSGEMEINDE UND KINDERGARTEN


In der Ortsgemeinde leben rund 1400 Menschen, 100 000 Pilger besuchen den Wallfahrtsort pro Jahr. Der Kindergarten wurde 1972 von der Gemeinde erbaut, in deren Eigentum sich das Gebäude heute noch befindet. Träger ist ebenfalls die Gemeinde. Sie hat die Trägerschaft 2006 von der katholischen Kirchengemeinde Klausen übernommen.