1. Region
  2. Mosel, Wittlich & Hunsrück

Klausens Ortsteil Pohlbach feiert in diesem Jahr sein 800-jähriges Bestehen

Pohlbach feiert 800. Geburtstag : Mit Klingelchen, Blech und einem Mord

Klausens Ortsteil Pohlbach feiert in diesem Jahr sein 800-jähriges Bestehen mit einem Festwochenende und Veranstaltungen im gesamten Jahr.

In Klausens Ortsteil Pohlbach wird das 800. Jubiläum das ganze Jahr über gefeiert. Im März geht es mit einem Vortrag über Pohlbach in historischen Karten los, den Schluss macht die historische Verbindung zwischen Piesport und Klausen. Und auch dazwischen wird einiges geboten. Eine szenische Lesung im Mai hat den Mord von Pohlbach 1892 zum Thema. Ein Mundartabend, die mittelalterliche Geschichte, ein Bilderabend und alte Pilgerwege sind weitere Schwerpunkte, die eine eigene Veranstaltung bekommen (siehe Info). Höhepunkt wird das Festwochenende vom 10. bis 12. Juli sein. Vor der Kirche und in einem Teil der Wittlicher Straße, des Gässchens, zum Rosenthälchen und Im Schock wird gefeiert. Es werden unter anderem Äpfel gekeltert, Waschfrauen zeigen ihre Arbeit, Kleintiere werden da sein, und ein Klassenzimmer von früher wird in der alten Schule eingerichtet. Dort werden auch Fotos von der Dorferneuerung gezeigt. „Eine Pohlbacher Besonderheit werden wir wieder aufleben lassen, das ,Klingelchen’. Dabei betätigt man eine Klingel und eine nette Dame verkauft Eis durch ein Fenster“, sagt Doris Follmann vom Festausschuss.

Vor der Kirche wird es einen Devotionalienstand geben, indem die fürs Fest hergestellten Margarethenkerzen, Münzen, Jubiläumsschnaps, die Festschrift und Flyer verkauft werden. Doris Follmann: „Pohlbacher Blech wird ebenfalls am Stand angeboten, so haben wir einige individuelle Dinge für unsere Feier.“ Für Kinder gibt es eine Eisenbahn zum Mitfahren und weitere Attraktionen. Auf der Bühne, die auf der Brücke platziert sein wird, gibt es an allen Tagen ein Musikprogramm. Der Freitag wird von Jugendbands gestaltet, der Musikverein ist am Samstag da und am Sonntag die Moselfränkische Blasmusik. Die Fußball-Europameisterschaft, die an diesem Wochenende stattfindet, wird übertragen. Die Resonanz aus dem Ort ist für Follmann überwältigend: „Es ist unglaublich, was da an Ideen kommt, und die Leute setzen ihre Vorstellungen um, bieten Hilfe an, beim Aufbau, den Diensten, Kuchenbacken.“ Weiter sagt sie: „Was ich sehr schön finde, ist, dass aus allen Ortsteilen Hilfe kommt, da merkt man, dass wir ein Dorf sind.“ Die Vereine bringen sich ebenfalls ein.

Die Festschrift, die nach heutigem Stand etwa 400 Seiten haben wird, beginnt bei den Römern und endet mit der Kommunalreform 1969. „Es ist keine durchgehende Chronik, sondern es werden einzelne Aspekte beleuchtet. Unter den etwa 15 Autoren sind die meisten aus Klausen. Der stellvertretende Archivdirektor des Landeshauptarchivs, Wolfgang-Hans Stein, wurde auch für einen Text über Pohlbach in der französischen Revolution gewonnen“, sagt Marco Brösch vom Chronik­ausschuss. Das Mittelalter wird aufgearbeitet, das Brandunglück von 1897, ein Mord sowie die Schulgeschichte aus der Sicht einer ehemaligen Lehrerin, Helma Thelen-Oberbillig, bekommen ihren Platz. Die NS-Zeit, der Handel, Gewerbe und Gastronomie sowie ein Wörterbuch sind beschrieben. Gedichte, Erzählungen, Portraits und Rezepte runden das Werk ab.