Kleine Gemeinde sieht im Tourismus große Chance

Kleine Gemeinde sieht im Tourismus große Chance

Der finanzielle Handlungsspielraum wird auch für Dhronecken immer enger. Selbst Hand anlegen heißt es deshalb für die 126 Einwohner. Das idyllische Dorf mit seiner Denkmalschutzzone im Ortskern, könnte stärker touristisch vermarktet werden.

Dhronecken. (doth) Hilflos müssen der Dhronecker Ortsbürgermeister Detlef Jochem und sein Ortsgemeinderat zusehen, wie die roten Zahlen von Haushalt zu Haushalt größer werden. 56 400 Euro Fehlbedarf sind es dieses Mal. Höhere Umlagen und weniger Schlüsselzuweisungen sind Zeichen der Wirtschaftskrise, die auch in den kleinen Ort durchschlägt. "Es ist ein reiner Sparhaushalt, der sich auf die Pflichtaufgaben wie die Umlagen für Schulen und Kindergärten beschränkt", erklärt Jochem.

Was investiert werden kann, ist schnell aufgezählt: Ein neues Geländer für die Brücke über den Thalfanger Bach auf die Burg, die Erneuerung verrosteter Straßenschilder und neues Geschirr für das Bürgerhaus.

Selbst anpacken lautet deshalb 2010 die Devise. "Es wird mehrere Freischneideaktionen geben, bei denen jede helfende Hand gebraucht wird", fordert der Ortschef seine 125 Mitbürger zur Hilfe auf. Der kleine Ort wird am Ende des Jahres mit mehr als 431 000 Euro in der Kreide stehen.

Hoffnung auf Besserung schöpft Jochem aus der Möglichkeit einer besseren touristischen Vermarktung Dhroneckens mit dem denkmalgeschützten Ortskern. Das Bürgerhaus auf der Burg werde zwar stark genutzt, Burgfeste würden gefeiert, das Forstamt habe hier seit 1817 sein Domizil, aber Wertschöpfung und neue Arbeitsplätze bringe das bislang nicht.

Auch am Wasserturm geht es nicht so recht voran mit dem Plan der Eigentümer, einen Reiterhof zu eröffnen. "Für die touristische Vermarktung ist Dhronecken ein guter Standort. Doch es müsste ein Gesamtkonzept entwickelt werden, in dem auch die Möglichkeiten der Hunsrückbahn eingeplant sind", sagt der Thalfanger Wirtschaftsförderer Josef Adams. Auf jeden Fall müsse die Finanzierung sichergestellt sein und Leute bereitstehen, die an dieser Aufgabe dranbleiben.

"Das könnte ein Weg sein, zu eigenen Einnahmen für Dhronecken zu kommen", meint der Ortsbürgermeister. Ein solcher geschichtsträchtiger Ort, an dem sogar Hagen von Tronje aus dem Nibelungenlied gehaust haben soll, müsste doch für Touristen und Investoren interessant genug sein. Und die Hunsrückbahn könnte dabei mithelfen: "Wenn die Strecke auf gesunden Beinen steht, ist das sicherlich eine Bereicherung," ist Adams überzeugt.

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