Kleine Kämpfer aus Kröv

KRÖV. Ein gezielter Griff und schon liegt der Gegner auf der Matte: Im Judo-Kindergarten in Kröv lernen kleine Judokas im Alter von vier bis sechs Jahren Fall- und Wurftechniken. Spielerisch werden bei diesem Training motorische Probleme bereinigt und das Selbstbewusstsein gestärkt.

Kampfsport und Kinderlachen: Dass sich dahinter kein Widerspruchverbirgt, wird beim Besuch in der Trainingshalle des Judo-ClubsKröv, die sich im Fitnesscenter der Moselgemeinde befindet,schnell klar. Zwölf Jungen und Mädchen im Alter von vier bis sechs Jahren treffen sich seit einem halben Jahr jeden Dienstag bei Michael Richey im einzigen Judo-Kindergarten Deutschlands, um dort erste Erfahrungen im Judo zu sammeln.

Strahlende Augen hat Marco Juchem bereits, als er vom Aufwärmspiel "Fang das Huhn" erzählt.

Doch dann ertönt ein lautes "Ruhe" von Trainer Michael Richey und schon stehen die Kinder diszipliniert parat.

Judo ist sportliche Betätigung, bei der Körper und Geist gleichermaßen gefordert und gefördert werden. Einige Mütter erhielten von ihrem Kinderarzt oder Ergotherapeuten den Tipp, dass es gut sei, wenn ihr Kind Judo betreibt.

Denn die fernöstliche Kampfsportart hat nichts mit sinnloser Gewalt zu tun. Im Gegenteil: Durch Judo können beispielsweise motorische Probleme verbessert werden.

Richtiges Fallen will geübt sein

Auch Dajana Hahn hat den Rat vom Kinderarzt befolgt. Ihr Sohn Yannik ist begeistert: "Das macht total viel Spaß", schwärmt er. In der Fallschule werden den Kindern diverse Falltechniken beigebracht, so zum Beispiel, wie man am besten seitwärts oder rückwärts fällt. "Da lernt man, wenn man fällt, dass man sich nicht weh tut", erzählen Sarah Clemens und Saskia Heinz fügt hinzu: "Die Würfe machen Spaß, und wenn jemand auf uns böse ist, können wir uns wehren." Schließlich dient Judo nicht dem Angriff, sondern ist ein Verteidigungssport und nicht für Draufgänger gedacht.

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Einige der Kinder haben bereits den gelb-weißen Gürtel, die Prüfung hierfür kann aber erst im Alter von sechs Jahren gemacht werden.

Dass die kleinen Judoka eine gründliche Ausbildung erhalten, dafür sorgt ihr Lehrmeister, der über viel Erfahrung verfügt. Denn Michael Richey macht bereits seit 36 Jahren Judo und ist im dritten Dan, also dreifacher Schwarzgurtträger.

Beim Trainingsbesuch schaut Simone Gerhardt derweil ihrem Sohn Christopher zu, der voll Eifer bei der Sache ist. "Er ist selbstbewusster geworden, hat mehr Disziplin und verliert zunehmend die Angst vor dem Fallen", sagt die Mutter. Sie zollt Richey Lob und betont, wie wichtig es ist, dass er die Kinder motiviert, sie aufbaut und stärkt.

"Die Arbeit mit Kindern macht mir sehr viel Spaß", sagt Richey, "und wenn wir so früh anfangen, können wir schöne Erfolge erreichen."

Medaillenregen bei den Bezirksmeisterschaften

Stolz erzählt er in diesem Zusammenhang von der Bezirksmeisterschaft der Judokas unter elf Jahren im März in Trier. 180 Kinder waren am Start, und die Kröver Judokas gingen mit ihrer geschlossenen Leistung als bester Verein unter allen Teilnehmern hervor.

Jeder der 14 Starter gewann eine Medaille. So konnte sich Lukas Wurzer, Julian Wantzen, Marius Müllers, Max Melcher, Jonas Adams und Julian Berneck über Gold freuen. Silber ging an Kevin Kaufmann, Mathias Kroeber, Aaron Schnitzius und Henning Koppelkamm sowie Bronze an Oliver Hahn, Kevin Thielen, Mirko Thielen und Hendrik Ehses.

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