Kleine Lösung ist auch gut

Das ehrwürdige Hotel "Römischer Kaiser" in Bernkastel-Kues bereitete der Stadt in den vergangenen Jahren einige Bauchschmerzen. Das Haus stand zuletzt viele Jahre leer und drohte zu verkommen. Nach umfangreichen Umbau- und Sanierungsarbeiten wird es nun wieder genutzt - als Hotel, Café-Bistro und Eisbar.

Bernkastel-Kues. (sim) Das vor über 100 Jahren gebaute Haus steht an ganz exponierter Stelle. Am Brückenkopf, unmittelbar am Eingang zur Bernkasteler Altstadt gelegen, ist es für Einheimische und Gäste nicht zu übersehen. Das Hotel "Römischer Kaiser" in Bernkastel-Kues hat gute und schlechte Zeiten hinter sich, und es drohte zuletzt zu einem Schandfleck mitten in Bernkastel zu verkommen. Doch Investor Joachim Becker aus Trier hat nun über eine Million Euro in Umbau und Sanierung des Hauses gesteckt. Gekauft hatte das Haus vor einigen Jahren der Unternehmer Günther Reh. Becker wird nach eigenen Angaben das Haus nun von Reh erwerben. Genutzt wird das Haus wieder als Hotel. Betrieben wird es von der Benkastel-Kueser Hotelier-Familie Umbach. 22 Zimmer stehen in den drei Obergeschossen zur Verfügung. Im Erdgeschoss sind ein Café-Bistro und eine Eisbar untergebracht. Die drei Pächter arbeiten eng zusammen.Pläne für großes Luxushotel scheiterten

Bei der offiziellen Eröffnung des Hauses lobte Stadtbürgermeister Wolfgang Port die sehr gute Zusammenarbeit von Investor und Stadt-Sanierungsplaner. Port erinnerte sich an den schlechten Zustand des Hauses vor der Sanierung. Port: "Da wurde kubikmeterweise Bauschutt rausgetragen. Ich dachte schon, das wird niemals fertig."Nun sei es wieder eine echte Bereicherung für die Stadt geworden -"sehr chic und modern", meinte der Stadtbürgermeister. Vor einigen Jahren hatte ein anderer Investor ebenfalls Interesse an dem Haus bekundet, er wollte in dem Karree gar einen Vier-Sterne-Hotelkomplex mit 200 Betten errichten. Ein renommierter Hotelkonzern hatte seine Absicht erklärt, das Luxushotel zu betreiben. Die Pläne waren damals bereits sehr weit fortgeschritten. Letztlich scheiterte aber das ehrgeizige Vorhaben an den notwendigen Grundstückskäufen. Port hätte lieber diese "große Lösung" gesehen, räumte er ein. Doch nun sei es, so Port, eine kleine Lösung geworden, und damit könne man auch mehr als zufrieden sein.