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Klimaaktivisten Luisa Neubauer und Cusanus-Hochschul-Absolvent Alexander Repenning haben ihr Buch vorstellt.

Klimaschutz : Apollo-Projekt für die Klimakrise

Die Fridays-for-Future-Aktivistin Luisa Neubauer und Cusanus-Hochschul-Absolvent Alexander Repenning haben in Bernkastel-Kues ein gemeinsames Buch vorgestellt.

Was hat Neil Armstrong mit der Klimakrise zu tun? Als vor 50 Jahren erstmals ein Mensch den Mond betrat, war das nicht nur ein Jahrhundertereignis, sondern auch der Abschluss des visionären Projekts der Apollo-Missionen. Und Visionen braucht man auch, um die Klimakrise zu bewältigen, sagen die Aktivisten Luisa Neubauer und Alexander Repenning.

„Wir wissen noch nicht alles, um die Klimakrise zu lösen“, sagt Repenning. Aber das sei 1962 auch nicht anders gewesen, als John F. Kennedy ankündigte, noch im siebten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts einen Menschen auf den Mond zu schicken.

„Das war 1962 technisch noch unvorstellbar“, so Repenning. Doch die Vision war da und der Wille, es zu schaffen. „Wir brauchen diese Haltung“, sagt der 30-Jährige mit Blick auf die klimatischen Veränderungen. Der Absolvent der Bernkastel-Kueser Cusanus-Hochschule (Master in Ökonomie und Gesellschaftsgestaltung) und die deutsche Fridays-for-Future-Initiatorin Luisa Neubauer stellten im ehemaligen Hotel Drei Könige in der Moselstadt ihr Buch „Vom Ende der Klimakrise“ vor. Ein heißes Thema: Rucksäcke waren im voll besetzten Seminarraum verboten. Zwei Polizeibeamte in Uniform zeigen vor der Veranstaltung Präsenz.

Beide aufgewachsen in Hamburg, blicken Neubauer und Repenning in der Einleitung ihres Buches auf das Jahr 2050. „Das Wasser war der Inbegriff dessen, was unsere Heimatstadt besonders machte, wovon wir schwärmten, wenn wir von unserem Zuhause erzählten“, schreiben sie. Doch der Klimawandel bringt zur Mitte des Jahrhunderts die Angst vor den Wassermassen. Mehr Sturmfluten, Überschwemmungen, aber auch Hitzeperioden, bei denen sich die Kinder auf den Schulhöfen die Füße verbrennen.

So weit, so bekannt. Alles Panikmache? Das wollen Neubauer und Repenning nicht. Sie bezeichnen sich als „Possibilisten“, einem Mittelding zwischen Optimist und Pessimist. „Wir wissen, dass eine andere Zukunft möglich ist, aber wir wissen, dass sie uns nicht geschenkt wird“, erklärt Neubauer. Deshalb ruft sie dazu auf, sich zu organisieren. Wie das funktioniert, das hat die 23-Jährige bei den Fridays-for-Future-Protesten gelernt. Um etwas zu verändern, reiche es nicht, dass es in Deutschland sechs Millionen Vegetarier gebe. Das hat auf die Klimapolitik keine Folgen. „Aber wenn 30 Millionen Menschen einen Monat auf Fleisch verzichten würden, das hätte Folgen“, glaubt Neubauer. Dann würden die Entscheidungsträger aufgerüttelt, dass ein „Weiter so!“ nicht mehr geht. Dazu passt auch diese Aussage von Neubauer: „Wir sehen Klimapolitik weniger umwelt-, sondern gesellschaftspolitisch.“

Moderiert von Professorin Silja Graupe von der Bernkastel-Kueser Cusanus-Hochschule (rechts) stellen Fridays-for-Future-Aktivistin Luisa Neubauer und Alexander Repenning ihr Buch „Vom Ende der Klimakrise“ im ehemaligen Hotel Drei Könige in Bernkastel-Kues vor. Foto: Holger Teusch

Denn weder Marktanreize noch technologischer Fortschritt lösen nach Neubauers und Repennings Meinung die Probleme allein. Es sei eine Frage des politischen Willens, sagt Repenning und kommt zurück zum Apollo-Projekt: „Die USA waren nicht als erste auf dem Mond, weil sie Marktanreize gesetzt haben.“