"Klostergarten" wechselt Eigentümer
Klausen · Seit Jahren hat sich nichts im Ferienhausgebiet Klostergarten unterhalb der Wallfahrtskirche getan. Denn der Investor war insolvent. Jetzt hat die Gemeinde das Gebiet gekauft, will es in ein Wohngebiet umwidmen. Zum Frühjahr sollen die 26 Grundstücke zum Verkauf stehen.
Klausen. Das Musterhaus mit markantem Holzturm steht immer noch einsam auf dem Hügel des Klostergartens, umgeben von Hecken und Sträuchern. Doch das wird bald ein Ende haben, denn die Gemeinde Klausen hat das Ferienhausgebiet beim zweiten Versteigerungstermin erworben.
Die Gemeinde war der einzige Bieter. Mit den ursprünglich vorgesehenen 450 000 Euro kam die Gemeinde aber nicht aus. Sie hat 500 000 Euro bezahlt. Alois Meyer erklärt: "Wenn wir diesen Betrag nicht gezahlt hätten, wäre es im Frühjahr zu einem weiteren Termin gekommen, und wir hätten ein weiteres Jahr verloren." Weiter sagt der Orts-Chef: "Unser Ziel war es aber, in diesem Frühjahr schon Baustellen anbieten zu können, auch in Anbetracht der derzeit noch sehr niedrigen Zinssituation, sowohl für die Ortsgemeinde, die den Kaufbetrag ja erst einmal vorfinanzieren muss, als auch für die potenziellen Bauwilligen."
Vorheriger Besitzer war der niederländische Investor Bert Dubbelmann. Seit 2008 hätte dort gebaut werden können, die Straßen sind fertig, die Wasser- und Abwasserleitungen sind verlegt, sogar die Straßenlaternen stehen. Aber es fanden sich keine Käufer für die 26 Ferienhäuser, die dort Platz gehabt hätten. Mit dem Kauf des Geländes will die Gemeinde nun in einem ersten Schritt das Areal in ein allgemeines Wohngebiet umwidmen. "Das ist bereits im Vorfeld mit der Verbandsgemeinde und der Kreisverwaltung abgeklärt, das das möglich ist", sagt der Bürgermeister weiter. Die Ortsgemeinde will mit dem Baugebiet kleine Bauplätze zwischen 400 und 600 Quadratmeter mit einem Festpreis von 65 Euro voll erschlossen pro Quadratmeter schaffen. Damit ist die Gemeinde auch wieder in der Lage, Baustellen anzubieten, bis der Kreuzwingert, dessen Erschließung parallel läuft, bebaubar ist (der TV berichtete am 10. Juni 2015). Im Baugebiet Neuwies hat die Gemeinde ebenfalls eine Umplanung vor. Hier sollen vier Grundstücke, die als Sondergebiet ausgewiesen sind, in allgemeines Wohngebiet umgewandelt werden. Laut Ortsbürgermeister ist die Nachfrage nach Grundstücken im Wallfahrtsort sehr hoch. An manchen Tagen hat er gleich mehrere Anfragen, beispielsweise aus Trier oder auch Daun. Das erklärt er sich so: "Wir liegen hier sehr verkehrsgünstig mit direktem Autobahnanschluss, haben ein reiches kulturelles Angebot und eine gute Infrastruktur."
Kosten entstehen für das Baugebiet für die Umwidmung in ein allgemeines Wohngebiet. Falls an den Zuschnitten der Grundstücke etwas verändert werden sollte, kommen noch Vermessungskosten hinzu. Eine weitere Änderung soll ein Fußweg ins Dorf sein, den es bisher noch nicht gibt.Extra
Derzeit ist das Neubaugebiet Neuwies zu zwei Dritteln bebaut. Dort stehen momentan keine Bauplätze zum Verkauf. Die Gemeinde wandelt dort vier Flächen vom Sondergebiet in allgemeines Wohngebiet um. Ein weiteres Neubaugebiet ist im Kreuzwingert in Planung. Dort sollen 39 Bauplätze entstehen. 2017 kann dort vermutlich gebaut werden. Ab Frühjahr verkauft die Gemeinde 26 Baustellen im Klostergarten. Im Ort selbst ist kaum Leerstand. Häuser, die bisher frei geworden sind und zu einem adäquaten Preis angeboten wurden, sind auch verkauft worden. chb