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Knotenpunkt für eine dynamische Region

Knotenpunkt für eine dynamische Region

Im Beisein von Verkehrs-Staatssekretär Carsten Kühl ist der neu gestaltete Bahn-Haltepunkt in Föhren eingeweiht worden. Neben Auto- und Fahrradstellplätzen gibt es eine Bushaltestelle mit Wendeplatz.

Föhren/Trier. Der Name "Verknüpfungsbahnhof" ist noch gewöhnungsbedürftig, aber er beschreibt treffend, was im letzten halben Jahr in Föhren entstanden ist: Ein multifunktionaler Haltepunkt mit KFZ- und Fahrradstellplätzen, einer Bushaltestelle mit Wendeplatz und einer neuen Zufahrtsstraße.

2009 werden die Bahnsteige erhöht



Viele Berufspendler und Reisende aus Föhren und Umgebung würden von dieser fortschrittlichen Lösung profitieren, sagte Ortsbürgermeister Jürgen Reinehr. Er wünscht sich jetzt noch eine zeitlich und räumlich bessere Vertaktung nach Trier und setzt auf die aktuell diskutierte Westtrasse (siehe "Extra"). Nach der für 2009 geplanten behindertengerechten Aufhöhung der Bahnsteige sei die Situation am Föhrener Bahnhof perfekt, bemerkte der Direktor des Zweckverbands Schienenpersonennahverkehr Nord, Thomas Geyer. Die Investition in Föhren lohne sich; mit rund 500 Fahrgästen täglich sei die Akzeptanz im 2600-Einwohner-Ort sehr gut. Laut Geyer halten täglich 80 Züge in Föhren. Kritik übte er an der Preispolitik der Bahn: "Die Fahrpreise sind zu hoch, das ist kontraproduktiv für eine wünschenswerte verkehrspolitische Trendwende."

Föhren und die Verbandsgemeinde (VG) Schweich hätten nicht nachgegeben und das Projekt trotz anfänglicher Schwierigkeiten stringent weiterverfolgt, lobte Finanz-Staatssekretär Carsten Kühl die örtlichen Beteiligten. Mit 350 000 Euro hat das Land 85 Prozent der Kosten übernommen, den Rest teilen sich die VG Schweich (zwei Drittel) und die Gemeinde Föhren (ein Drittel). Kühl warb dafür, dass dem Vorbild von Föhren (und bald auch Schweich) andere Kommunen folgen und ebenfalls in ihre Bahnhöfe investieren.

Eine dynamische Region wie Trier brauche einen guten öffentlichen Personennahverkehr, betonte Landrat Günther Schartz (Kreis Trier Saarburg). Er findet es gut, dass "die Bahnhöfe durch die hohen Energiepreise wieder mehr in den Fokus rücken". Deshalb seien auch die Überlegungen richtig, über die Westtrasse die Anbindung Richtung Luxemburg zu verbessern. Bürgermeister Berthold Biwer warb ebenfalls dafür, das Potenzial der Bahn verstärkt zu nutzen. Dass jedoch das "Bewusstsein für eine stressfreie Fahrt" nicht vom Himmel fällt, hat er selbst erfahren. Biwer: "Auf der Autofahrt nach Trier habe ich heute im Stau gestanden, auf die Idee, mit dem Zug zu fahren, bin ich nicht gekommen." Die Einweihung des Bahnhofs nahm Föhrens Pastor Andreas Noster vor.EXTRA Westbahn-Projekt: Die jetzt nur von Güterzügen befahrene Westtrasse auf der rechten Moselseite (Richtung Trier gesehen) soll bei der Fortschreibung des Rheinland-Pfalz-Taktes 2015 in das Regionalbahnnetz integriert werden. Das hat Finanz-Staatssekretär Carsten Kühl angekündigt. Damit könnten mehr Züge aus dem Mosel-Eifel-Raum in Richtung Luxemburg fahren. Mögliche Haltepunkte: Mäusheckerweg, Biewer, Pallien, Trier-West, Messepark, JVA, Zewen. Die Abgeordneten Kaster (CDU) und Nink (SPD) setzen sich dafür ein. Mit einer Zug-Sonderfahrt vom Betriebswerk Trier zur Einweihungsfeier des Bahnhofs Föhren auf der Westtrasse warb Nink für diese Schienenverbindung.