Kolumne

Meinung Eine Reise durch das Moseltal Ab und zu erreicht mal ein Buch, das einen Bezug zur Mosel und zum Wein hat, unsere Redaktion. Eines davon trägt den Titel "Mit Carl Bodmer von Trier nach Koblenz".

Der Künstler unternimmt eine Reise entlang der Mosel. Er machte sich aber nicht kürzlich auf den Weg, sondern vor etwa 180 Jahren. Als ganz junger Mann (geboren 1809) war er 1828 unterwegs. Er fertigte Zeichnungen an, aus denen dann Kupferstiche entstanden. Die Texte verfasste Otto von Czarnowsky. Trier zählte nach seinen Angaben damals 14 000 Einwohner. Wegen der Zeugnisse römischer Baukunst sei Trier die merkwürdigste Stadt diesseits des Alpengebirges. Der Wein kommt bei der Reise zum ersten Mal in Piesport so richtig zur Sprache. Dort wachse ein Wein, der "seit unvordenklichen Zeiten unter den edelsten Erzeugnissen der Mosel eine ausgezeichnete Stelle behauptet. In guten Jahren werden über 1000 Fuder gewonnen", heißt es. Ähnlich sieht es in Brauneberg aus. Der Ort genieße einen großen Ruf und strahle Wohlstand aus. Der Ruhm gründe sich auf die Güte des Weins, der in der gleichnamigen Erhebung auf der anderen Moselseite wachse. Auch Bernkastel und Kues, damals noch nicht vereint, werden wegen ihres Weines gerühmt. Sehr viel Wein wurde damals in Zeltingen erzeugt: bis zu 1400 Fuder pro Jahr. Auch die Qualität war offenbar gut. Der Autor spricht von einem der edelsten Gewächse des Moseltals. Ürzig darf natürlich auch nicht fehlen. Auch dort gebe es viele Weinberge, "auf deren sorgfältige Pflege die Einwohnerschaft ihren zunehmenden Wohlstand gegründet hat. Interessant dabei: In diesen Beschreibungen fällt nie der Name Riesling. Das ist erst bei Kröv der Fall. Sie sehen: Moselwein war und ist ein besonderes Getränk und wächst in einer außergewöhnlichen Kulturlandschaft.

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