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Kommentar von Verona Kerl zum neuen Weinstand in Bernkastel-Kues

Meinung zum Weinstand in Bernkastel-Kues : Bitte modern und ansprechend

Die Stadt Bernkastel-Kues bietet ihren Gästen seit August einen Weinstand. Eine gute Idee! Wo sonst, wenn nicht hier, können Einheimische und Touristen in ungezwungener Atmosphäre Moselwein trinken und miteinander ins Gespräch kommen.

Winzer haben eine Plattform, um ihre Tropfen vorzustellen und vielleicht den ein oder anderen Kunden neu zu werben. Etabliert sich der Weinstand, bietet Bernkastel-Kues den Gästen eine weitere Attraktion. Das Beispiel in Trier zeigt: Dort ist der Weinstand im Sommer ein von Einheimischen und Touristen stets gut besuchter und beliebter Treffpunkt. Das sind die Pluspunkte. Und im Grunde könnte der Kommentar jetzt hier enden. Tut er aber nicht, denn am Weinstand  in Bernkastel-Kues fallen auf den zweiten Blick einige unschöne Details ins Auge.

Die Lage: Zwischen Corona-Teststation und Verbandsgemeinde-Verwaltung sowie dem lauten Verkehr der Bundesstraße am Kopfende, bietet allein der rückwärtige Blick auf die Mosel eine schöne Aussicht. Eine Situation, die aus der Not geboren ist. Einen neuen Standort will die Stadt im nächsten Jahr mit mehr Vorlauf suchen. Und das ist gut so.

Der Weinstand: Der hölzerne Aufbau hat seine beste Zeit lange hinter sich. Er mutet museal an und wirft die Frage auf:  Aus welchem Fundus stammt er?

Die Deko: Plastikweintrauben mit Bastschnüren vermitteln kein modernes, sondern ein verstaubtes Image. Eine Deko am Weinstand ist darüber hinaus überflüssig.

Ansprechend, modern, schick und mit leckeren Weinen  bestückt, ein Aushängeschild der Stadt Bernkastel-Kues: So könnte im nächsten Jahr der Weinstand aussehen, wenn die Verantwortlichen damit punkten wollen. Schließlich  verjüngt sich das Publikum, und mit ihm steigen die Ansprüche. Umdenken tut Not. Denn wirklich altbacken und verstaubt ist die Mosel schon lange nicht mehr.
v.kerl@volksfreund.de