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Kommentar zu aktuellem Stand der Kommunalreform Thalfang

Kommentar zu aktuellem Stand der Thalfanger Gebietsreform : Aus der Misere gibt es jetzt nur zwei Auswege

Auf den ersten Blick mag es so aussehen, als könnte mit dem Gesprächsangebot des Ministeriums und den möglichen 15 Millionen Euro „Entschuldungshilfe“ endlich wieder Bewegung in die Kommunalreform bezüglich der VG Thalfang kommen.

Schaut man genau hin, sind jedoch große Zweifel angebracht. Schließlich ist die Summe der finanziellen Unterstützung durch das Land zwar jetzt erst öffentlich gemacht worden. Die Betroffenen kennen sie aber schon lange. Und die Morbacher haben gleich deutlich gemacht, dass sie wegen der hohen Schulden, die sie bei Aufnahme von Thalfanger Ortsgemeinden „erben“ würden, nicht einverstanden sein können. Die Suche nach der freiwilligen Lösung mit den vier betroffenen Kommunen – VG Thalfang, VG Hermeskeil, VG Schweich und Morbach – steckt offensichtlich in einer Sackgasse. Und es scheint nur zwei logische Auswege zu geben. Erstens: Mainz beantwortet endlich die zentrale Frage für ein Weiterkommen – kann und will das Land für eine Lösung, mit der alle leben könnten, finanziell noch was drauflegen? Das muss jetzt schnell geklärt werden. Denn ein Aussitzen hilft niemandem. Je länger herumlaviert wird, desto belastender wird die Lage für die VG Thalfang, deren Schulden weiter steigen. Zweitens: Sollte das Land den aufnehmenden Kommunen nichts anderes mehr anzubieten haben, dann muss es so ehrlich sein zuzugeben, dass die Reform damit faktisch nicht mehr umsetzbar ist. Das wäre zwar höchstpeinlich und ein Schlag für alle, die in zehn Jahren viel Zeit, Kraft und Herzblut für eine Lösung investiert haben. Aber die VG Thalfang hätte endlich Klarheit und zumindest die Chance, mit finanzieller Hilfe des Landes irgendwie auf die Beine zu kommen und handlungsfähig zu bleiben.

c.weber@volksfreund.de